Autobauer enttäuscht im ersten Quartal
Daimler muss weiter für Chrysler bluten

Der Stuttgarter Autokonzern Daimler hat im Auftaktquartal einen Gewinneinbruch verkraften müssen und die Erwartungen der Analysten verfehlt. Daimler verkaufte zwar deutlich mehr Fahrzeuge. Der Umsatz stieg aber kaum, weil sich der schwache Dollar auswirkt. Der Autobauer stellt sich nun auf härtere Zeiten ein.

HB STUTTGART. Der Stuttgarter Konzern bekräftigte zwar am Dienstag seine Erwartung, im laufenden Jahr das operative Ergebnis nochmals steigern zu können. Dem starken Euro, den hohen Rohstoffpreisen und der lahmenden US-Konjunktur zollt der Konzern mit einer verhalteneren Absatzprognose Tribut.

Vor Zinsen und Steuern (Ebit) verdiente Daimler in den Monaten Januar bis März 1,98 Mrd. Euro. Vor Jahresfrist waren es noch 3,29 Mrd. Euro, da der um Chrysler geschrumpfte Konzern vom Verkauf eines milliardenschweren Aktienpakets am Luftfahrt- und Rüstungskonzerns EADS profitiert hatte. Der Sonderertrag damals belief sich auf rund 1,56 Mrd. Euro.

Analysten hatte dem Konzern mehr zugetraut und im Schnitt mit einem operativen Gewinn von 2,13 Mrd. Euro gerechnet. Auch mit dem auf 1,33 Mrd. Euro (Vorjahr: 1,97) gesunkenen Quartalsüberschuss enttäuschte Daimler die Erwartungen des Finanzmarkts, die bei 1,51 Mrd. Euro lagen.

Die Aktien büßten unmittelbar nach Veröffentlichung der Zahlen gut 1,50 Euro auf 49,80 ein. Später machten sie die Verluste teilweise wieder wett und stiegen wieder auf über 50 Euro.

Daimler teilte weiter mit, wegen der knapp 20-prozentigen Beteiligung an Chrysler seien im ersten Quartal Kosten von 340 Mill. Euro verbucht worden. Diese Verluste spiegelten im Wesentlichen die Entwicklung des Schlussquartals 2007 wieder, da die Beteiligung zeitlich verzögert in den eigenen Büchern berücksichtigt werde. Die Einbußen drücken das Ergebnis der Daimler-Sparte Transporter und Busse, in der auch der Anteil an dem Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS geführt wird.

Im Leasing-Geschäft korrigierte Daimler die erwarteten Restwerte für die Chrysler-Autos deutlich. "Vor dem Hintergrund rückläufiger Restwerte für Chrysler-Fahrzeuge musste Daimler diesen Vermögenswert im ersten Quartal um 151 Mill. Euro abwerten", teilten die Stuttgarter mit. Bislang waren die Restwerte mit 185 Mill. Euro bilanziert worden. Weder der zu berücksichtigende Chrysler-Verlust noch die Wertberichtigung sind zahlungswirksam.

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