Präsentation des neuen Jeep Cherokee in Detroit

Konzernlenker Sergio Marchionne setzt in den USA nur noch auf margenträchtige SUVs, Pick-Ups und teure Sportwagen.

(Foto: AFP)

Autobauer Fiat Chrysler glänzt mit Rekordgewinn

Fiat Chrysler hat den Gewinn 2017 fast verdoppelt. Die Strategie von Konzernchef Sergio Marchionne, der in den USA nur noch auf SUVs und Pick-ups setzt, macht sich bezahlt. Die Erwartungen hat er dennoch nicht erfüllt.
Update: 25.01.2018 - 14:40 Uhr Kommentieren

New YorkFiat Chrysler hat den Gewinn 2017 um 93 Prozent auf 3,5 Milliarden Dollar gesteigert. Damit ging die Strategie von Konzernlenker Sergio Marchionne auf, der in den USA nur noch auf margenträchtige SUVs, Pick-ups und teure Sportwagen setzt. Rund 40.000 Arbeitnehmer in den USA sollen nun im Schnitt mit rund 5500 Dollar am Gewinn beteiligt werden. Der Umsatz dagegen lag mit 111 Milliarden Dollar etwas unter den Erwartungen und auch ganz leicht unter dem Vorjahr.

In Europa konnte FCA zwar auf dem Pkw-Markt mit Jeep, dem Alfa Romeo Stelvio und dem Fiat Tipo punkten. Aber bei den Kleintransportern fiel der Marktanteil. Europa macht allerdings nur ein Fünftel des Umsatzes und nur etwas mehr als ein Zehntel des Gewinns aus. Wichtigster Markt bleiben die Nafta-Länder USA, Kanada und Mexiko. Dort erwirtschaftete FCA 60 Prozent des Umsatzes und fast drei Viertel der Gewinne.

Für Fiat Chrysler (FCA), zu dem auch die Marken Jeep, Ram und Maserati gehören ist dieses Jahr ein entscheidendes Jahr. Marchionne, der 2004 bei Fiat angetreten ist und mit dem italienischen Unternehmen später Chrysler übernommen hat, will 2019 seinen Posten als Vorstandsvorsitzender niederlegen. Im Juni soll außerdem der neue Geschäftsplan für die kommenden fünf Jahre vorgelegt werden.

Viele Beobachter seien skeptisch gewesen, als FCA seinen letzten Plan vorgestellt habe, sagte Marchionne bei der Vorstellung der Ergebnisse. „Wir haben den Plan Jahr für Jahr eingehalten und wir sind zuversichtlich, dass wir auch die Zahlen für 2018 erreichen können.“ Er setzt große Hoffnungen auf die neuen Modelle in den USA, unter anderem den Jeep Wrangler. Auch seinem Plan, das Unternehmen schuldenfrei zu hinterlassen, ist Marchionne einen Schritt näher gekommen. Die Schulden fielen von 2,4 Milliarden Dollar auf 2,2 Milliarden Dollar.

Zu den Auswirkungen der Steuerreform auf das Ergebnis des laufenden Jahres wollte sich der Fiat-Chrysler-Chef nicht weiter im Detail äußern. Er hatte bereits auf der Automesse in Detroit gesagt, dass die Steuersenkungen des US-Präsidenten Donald Trump dem Unternehmen eine Milliarde Dollar mehr Gewinn bringen könnten.

Marchionne hat nie keinen Hehl daraus gemacht, dass er überzeugt ist, dass der kleinste unter den US-Herstellern einen Fusionspartner braucht, um langfristig zu überleben. Bisher war er bei der Suche jedoch nicht sehr erfolgreich. Zuletzt kamen auch chinesische Interessenten ins Spiel.

Beobachter spekulieren auch, ob FCA vielleicht doch die erfolgreiche Marke Jeep verkaufen könnte. Schon heute macht Jeep einen Großteil des Umsatzes und des Gewinns des Gesamtkonzerns aus. Den Verkauf der Komponenten-Sparte Magneti Marelli hat FCA bereits fest geplant. Dem Jeep-Verkauf erteilte Marchionne zwar in Detroit eine klare Absage. Aber die Spekulationen gehen weiter: Der Aktienkurs ist seit Beginn des Jahres um mehr als ein Drittel auf zuletzt mehr als 20 Euro gestiegen.

Die Lieblingsautos der Deutschen
Volkswagen dominiert
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Der Autohandel kann sich freuen: 2017 sind die Verkäufe in Deutschland wieder gestiegen. Und auch Durchschnittspreis für Neuwagen hat 2017 ein Rekordniveau erreicht. Einer Studie des Center Automotive Research (CAR) kostete ein neuer Pkw im Mittel 32.850 Euro und damit 1.300 Euro mehr als ein Jahr zuvor. Auch in diesem Jahr beherrscht VW die Zulassungen im Heimatmarkt - auch wenn die Wolfsburger etwas weniger verkauft haben als im Vorjahr.

Deutsche kaufen am liebsten Deutsche
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Importwagen tauchen in der Statistik des Kraftfahrtbundesamtes kaum an der Spitze auf. In der Oberklasse dominiert die S-Klasse von Mercedes mit 6759 verkauften Exemplaren.

Ein Klassiker an der Spitze
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Und auch bei den Sportwagen dominiert ein alter Bekannter. Der Porsche 911 wurde in Deutschland 7522 Mal verkauft. Doch unter den zehn meistverkauften Modellen in Deutschland sind andere...

Platz 10 - Opel Corsa
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Der kleine Opel wird derzeit noch in Eisenach gebaut. Seine Zukunft ist französisch: ab der nächsten Generation wird der Corsa auf eine PSA-Plattform gestellt. Mit 51.349 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2017 ist das Modell bei den Deutschen nach wie vor sehr beliebt.

Platz 9 - VW Touran
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Als Van gehört der Touran zwar zu einer aussterbenden Art, doch bei den Deutschen ist das Modell immer noch begehrt. 52.182 wurde das Familienauto im vergangenen Jahr hierzulande verkauft.

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Auf dem Genfer Autosalon wurde der Astra noch als „Auto des Jahres“ ausgezeichnet. In der Kompaktklasse ist das Modell ist das Modell erfolgreich, aber kein echter Gegner für den Golf. 56.327 verkaufte Fahrzeuge reichen für einen Platz unter den besten Zehn.

Platz 8 - Skoda Octavia
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Der Tscheche ist vor allem bei Familien beliebt und damit das erfolgreichste Importmodell in der Zulassungsstatistik. 59.147 Mal kauften die Deutschen das Mittelklassemodell aus dem VW-Konzern.

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