Autobauer
Fiat hebt die Jahresprognose an

Fiat hat nach einem kräftigen Gewinnanstieg im dritten Quartal seine Jahresprognosen erhöht. Der italienische Industrie- und Autokonzern rechnet nun 2010 mit einem operativen Gewinn von mehr als zwei Milliarden Euro.
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HB MAILAND. Das Ende der Abwrackprämie bringt den Ergebnismotor des italienischen Autobauers Fiat zum Stottern. Der Konzern steigerte den Betriebsgewinn im dritten Quartal vor allem dank seiner starken Industriesparte, zu der auch der Lkw-Bauer Iveco gehört. Das Autogeschäft hinkt dagegen hinterher, weil in Europa kaum noch ein Land den Autobauern mit staatlichen Kaufanreizen unter die Arme greift.

Der Vorstand schraubte am Donnerstag das Gewinnziel fürs Gesamtjahr dennoch hoch. Abgesehen vom Autogeschäft werde sich die Lage in allen Sparten im Vergleich zum vergangenen Krisenjahr verbessern, teilte Konzernchef Sergio Marchionne mit. Für 2010 rechnet der Konzern mit einem operativen Gewinn von mehr als zwei Mrd. Euro.

Fiat kann den schwachen Absatz auf seinem Heimatmarkt Europa - anders als viele Rivalen - kaum ausgleichen, weil der Autobauer nur wenig vom Pkw-Boom in China profitiert. Auf dem zweiten großen Automarkt, den USA, versuchen die Italiener gerade durch die Allianz mit Chrysler einen Fuß auf den Boden zu bekommen. Ihre Angebotspalette reicht vom kleinen Cinquecento bis zum protzigen roten Ferrari.

Konzernchef Marchionne baut das Unternehmen zurzeit um. Fiat will bis zum Jahresende seine Autosparte vom Industriegeschäft abspalten. Mit diesem Schritt will der Autobauer sein Pkw-Geschäft mit dem seines US-Partners Chrysler verschmelzen, an dem er zu einem Fünftel beteiligt ist. In der Industriesparte werden der Landmaschinenhersteller CNH, der Lkw-Bauer Iveco sowie die Sparte Fiat Powertrain Industrial & Marine gebündelt.

Von Juli bis September verdoppelte der Fiat-Konzern das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Einmaleffekten binnen Jahresfrist auf 586 Mio. Euro. Der Umsatz kletterte um zwölf Prozent auf 13,5 Mrd. Euro. Vor allem die regen Verkäufe bei der US-Sparte CNH Global sowie von Iveco-Lastwagen hätten dazu beigetragen.

Für 2010 rechnet Fiat mit einem Nettogewinn von rund 400 Mio. Euro bei Umsätzen von mehr als 55 Mrd. Euro. Das Unternehmen hatte zuletzt einen Jahresumsatz von 50 Mrd. Euro und einen Nettogewinn an der Grenze zur Gewinnschwelle angepeilt.

Wegen der gestiegenen Zuversicht griffen Anleger zu und bescherten der Fiat-Aktie ein Kursplus von fast vier Prozent - der höchste Aufschlag seit langem.

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