Autobauer
Ford will betrügerische Mitarbeiter verklagen

Hart gegen Korruption: Ford will betrügerische Mitarbeiter auf Schadenersatz verklagen. Nach eigenen Angaben beläuft sich der Schaden für den Kölner Autobauer im einstelligen Millionenbereich.
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HB FRANKFURT. "Wir nehmen das Thema Korruption sehr ernst", sagte Ford-Deutschland-Chef Bernhard Mattes dem "Focus". Ford beauftragte dem Bericht zufolge eine Anwaltskanzlei, die veruntreuten Gelder zurückzufordern. Laut "Focus" schätzt Mattes den Schaden auf einen einstelligen Millionenbetrag.

Am Montag hatten etwa 100 Steuerfahnder und Polizisten Geschäftsräume der Tochter des US-Konzerns sowie anderer Firmen im Raum Köln und mehrere Privatwohnungen wegen des Verdachts der Korruption durchsucht und dabei eine Person verhaftet. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft werden Mitarbeiter einer Ford-Abteilung, die europaweit mit Umbauten von Gebäuden und Produktionseinheiten betraut sind, verdächtigt, bestimmte Firmen bei der Auftragsvergabe bevorzugt und dafür "systematisch materielle Vorteile" erhalten zu haben.

Mattes wies Vorwürfe zurück, wonach organisatorische Mängel den Millionenbetrug um Bauaufträge bei Produktionshallen begünstigt hätten: "Wir haben klare Kontrollmechanismen, die im täglichen Geschäft sehr gut greifen. Hier wurden sie durch die hohe kriminelle Energie der Mitarbeiter ausgehebelt", sagte er.

Die Ermittlungen begannen laut Staatsanwaltschaft bereits im September und nahmen ihren Ausgang durch einen ähnlich gelagerten Fall im Saarland, wo Ford ebenfalls ein Werk unterhält.

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  • Diese Auswüchse sind meiner Meinung nach, die Konsequenz des Qualitätsmanagements. Es werden nur Firmen berücksichtigt, die den einmalig definierten ''Qualitätsregeln'' entsprechen. Diese werden dann zu Dauerlieferanten und damit lassen sich die Auftragsvergeber bezahlen. Andere Anbieter haben auf ehrliche Weise keine Chance. Das ist in der deutschen Wirtschaft leider seit der Einführung des Qualitätsmanagements normaler Standard.

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