Autobauer
GM plant offenbar schon ohne Opel

Der amerikanische Autokonzern General Motors plant laut Medienberichten seine Zukunft offenbar bereits ohne die deutsche Tochter Opel. Außerdem spitzt sich der Streit rund um die Opel-Rettung zwischen den Parteinen zu: Vor allem die SPD spricht sich klar für staatliche Hilfen aus. So auch Franz Müntefering im Gespräch mit dem Handelsblatt.

HB BERLIN. Das Internationale Technische Entwicklungszentrum (ITEZ) in Rüsselsheim habe nach den Neuentwicklungen des künftigen Meriva und des neuen Zafira keinen weiteren Großauftrag mehr, berichtet die Branchen- und Wirtschaftszeitung vorab aus ihrer am Montag erscheinenden Ausgabe unter Berufung auf einen mit der Angelegenheit vertrauten Manager. Demnach könnte der übernächste Astra statt im ITEZ bei der GM-Tochter Chevrolet/Daewoo in Südkorea entwickelt werden.

Opel-Chef Hans Demant wolle nun Aufträge von Entwicklungsdienstleistern zurück nach Rüsselsheim holen, heißt es in dem Blatt. Damit solle zugleich auch das Rettungspaket für die Bundesregierung attraktiver werden. Unterdessen schwindet laut "Automobilwoche" auch bei den Händlern das Vertrauen in eine Opel-Rettung: So stehe der größte Opel-Händler AVAG bereits in Gesprächen mit Ford.

Opel hatte vergangene Woche einen Rettungsplan vorgelegt, der von Kanzlerin Angela Merkel, Finanzminister Peer Steinbrück und Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg als unzureichend bewertet wurde. Um einer Insolvenz zu entgehen, verlangt der Autobauer in ganz Europa Staatshilfen im Volumen von 3,3 Mrd. Euro. Ein Spitzengespräch am Freitag im Kanzleramt brachte keine erkennbare Annäherung.

Verärgert haben Politiker von Union und FDP auf Berichte reagiert, dass der Autobauer Opel seine Gewinne an den Mutterkonzern General Motors in den USA überwiesen hat, seine Verluste aber in Deutschland steuerlich geltend gemacht hat. "Opel hat 655 Mio. Euro Patentgebühren an General Motors gezahlt. Damit waren alle Gewinne weg", sagte CDU-Wirtschaftsexperte Michael Fuchs der Zeitung "Bild am Sonntag".

"Es darf nicht sein, dass der deutsche Steuerzahler eine Firma retten soll, die ihre Gewinne in die USA überweist. Wir tun immer so, als ob Opel ein deutsches Unternehmen ist, dabei gehört es zu 100 Prozent den Amerikanern."

Kritik kommt auch von der FDP. Generalsekretär Dirk Niebel sagte dem Blatt "Die Steuern in Amerika zu zahlen, aber die Staatshilfe in Deutschland zu beantragen, das passt nicht zusammen. GM muss begreifen, dass wir keine deutschen Steuergelder nach Detroit fließen lassen."

Der SPD-Vorsitzende Franz Müntefering hat sich für Hilfen zugunsten Opels stark gemacht: „Wir möchten Opel helfen und nicht tatenlos zusehen, wie das Unternehmen kaputt geht. Wenn eine Region 20.000 Arbeitsplätze verliert, dann ist das ein Einbruch von solcher Massivität, den der Markt nicht reparieren kann“, sagt Müntefering dem Handelsblatt.

Deutschland dürfe seine industrielle Basis nicht verlieren. "Sie sichert Wohlstand. Das dürfen wir uns nicht kaputt machen lassen", sagt Müntefering. Es gehe nicht darum, ob ein Unternehmen groß oder klein ist, sondern darum, die Pflöcke der industriellen Gesellschaft zu halten.

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