Autobauer
Hängepartie um Chrysler-Rettung

Der geplante Verkauf des insolventen US-Autobauers Chrysler an eine Gruppe unter der Leitung des italienischen Herstellers Fiat droht sich zu verzögern. Denn jetzt kommt auch noch das Oberste US-Gericht ins Spiel: Pensionsfonds aus Indiana legten erneut Berufung beim Supreme Corut gegen den Verkauf des Chrysler-Kerngeschäfts ein.

NEW YORK/MAILAND. Die von der US-Regierung propagierte Wiederauferstehung des insolventen Autobauers Chrysler in Rekordzeit droht am Widerstand von Gläubigern zu scheitern. Eine Gruppe von Pensionsfonds aus dem Bundesstaat Indiana hat am Wochenende den Supreme Court angerufen. Das höchste US-Gericht soll den Verkauf von Chrysler an eine Investorengruppe um den italienischen Autobauer Fiat aufschieben und überprüfen. Die Fonds kritisieren, dass die US-Regierung das Insolvenzrecht verletzt habe, um den Autokonzern so schnell wie möglich aus der Insolvenz zu führen. Chrysler schuldet den Fonds 42 Mio. Dollar.

Der Supreme Court muss die Einwände bis heute 16 Uhr amerikanischer Ostküstenzeit annehmen, um den Vollzug der Transaktion aufzuhalten. Steigt er dann in eine üblicherweise Wochen andauernde Prüfung, könnte die Übernahme im schlimmsten Fall sogar platzen. Denn Fiat hat das Recht sich zurückzuziehen, wenn der Verkauf nicht bis zum 15. Juni unter Dach und Fach ist.

Dies wäre ein herber Rückschlag für die Industriepolitik der Regierung von US-Präsident Barack Obama. Deren Ziel war es, erst Chrysler und dann den ebenfalls zahlungsunfähigen Konkurrenten General Motors (GM) durch ein ungewöhnlich schnelles Insolvenzverfahren weitgehend von allen Altlasten zu befreien. So sollten sie ohne zu großen Imageverlust schnell weiterarbeiten können. Gelingt dies schon bei Chrysler nicht, dürfte es beim weitaus größeren Konkurrenten GM noch schwieriger werden.

Die klagenden Fonds waren zwar am Freitag vor einem New Yorker Gericht mit ihrem Anliegen gescheitert. Dieses hatte aber den ursprünglich auf Freitagabend terminierten Vollzug der Transaktion auf Montagnachmittag verschoben, um die Anrufung des Supreme Courts zu ermöglichen.

Am Freitag hatten die Kläger anhand von E-Mails zu beweisen versucht, dass die US-Regierung gegen die Sorge des Chrysler-Managements vor der Vertragstreue und der finanziellen Stabilität der Italiener den Verkauf aus politischen Gründen durchboxen will. In den vorgelegten Schreiben wurde unter anderem beklagt, dass Fiat einem Chrysler-Team zumindest zeitweise keinen ausreichenden Einblick in seine Bücher gewährt habe.

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