Autobauer
Hedge-Fonds wollen offenbar Porsche verklagen

Wütend waren viele auf Porsche. Nicht zuletzt Deutschlands größte Fondsgesellschaft DWS beklagte sich, dass der Stuttgarter Autobauer den Kurs der VW-Aktie in extreme Höhen getrieben hatte. Nun prüfen laut Zeitungsberichten mehrere Hedge-Fonds, ob sie gegen Porsche Klage einreichen.

HB LONDON. Eine Reihe von Hedge-Fonds bereitet nach Informationen der „Financial Times“ Klagen gegen Porsche wegen der Spekulationen mit VW-Aktien vor. Rechtsanwälte, die die Hedge-Fonds vertreten, sagten der „FT“, dass zurzeit an einer Vielzahl von Klagen gearbeitet werde.

Allerdings befänden sich die Vorbereitungen meist noch in einem frühen Stadium. Der Branchenverband Aima unterstütze die Fonds. Seit vergangener Woche berate er seine Mitglieder in der Frage, welche rechtlichen Möglichkeiten sie gegen den schwäbischen Autobauer haben.

Wie die Zeitung weiter schreibt, werfen die Investoren dem Sportwagenbauer vor, Kursausschläge bei der VW-Aktie provoziert zu haben, durch die die Fonds vergangenes Jahr hohe Milliardenbeträge verloren. Neben den Fonds prüfen dem Bericht zufolge auch Familienunternehmen, die auf die VW-Aktie spekulierten, mögliche Schadensersatzansprüche, sagte ein Anwalt der Zeitung.

Bis zu 20 Investoren könnten letztlich an verschiedenen Gerichtsständen Ansprüche geltend machen, hieß es. Andere Anwälte sagten, es seien sogar noch mehr Fonds, die Klagen vorbereiten. Wenn es zu Prozessen kommt, dann wohl nicht vor dem Sommer.

Die Investoren warteten noch die Ermittlungen der deutschen Finanzaufsicht BaFin zu möglichen Marktmanipulationen ab. Gleichwohl glauben die Fonds derzeit nicht, dass die Behörde tatsächlich gegen Porsche vorgeht. Porsche bestreite dies: „Wir haben uns immer vergewissert, dass wir alle rechtlichen Vorschriften einhalten. Wir sehen keine Grundlage für Gerichtsprozesse gegen uns“, teilte der Sportwagenhersteller der Zeitung mit.

Porsche hatte im Oktober überraschend bekannt gegeben, rund 75 Prozent der VW-Anteile zu kontrollieren. Die Stuttgarter hatten sich den Zugriff auf die Aktien durch umstrittene Optionsgeschäfte gesichert - und damit die üblichen Meldepflichten umgangen. Viele Hedge-Fonds wurden durch die Nachricht kalt erwischt. Sie hatten in der Hoffnung auf fallende Kurse in großem Stil geliehene VW-Aktien verkauft - und mussten nun bei dramatisch steigenden Kursen Anteile kaufen, um die Leihgeschäfte zu begleichen.

Der Wert der VW-Aktie vervielfachte sich innerhalb weniger Tage und kostete zeitweise mehr als 1 000 Euro. Zuletzt kostete das Papier 215 Euro.

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