Autobauer: Hilfe für die Helferlein

Autobauer
Hilfe für die Helferlein

Die Produktionsengpässe nach der Katastrophe von Fukushima waren den Automobilkonzernen eine Lehre. Das Verhältnis zu ihren Lieferanten ist heute enger denn je.
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KölnDer Schrecken war groß am 11. März 2011, als infolge von Erdbeben und Flutwelle der erste Reaktor des Atomkraftwerks in Fukushima brach und die Strahlenkatastrophe in Japan ihren Lauf nahm. Menschlich eine Tragödie, hatte die Kette an Ereignissen auch erhebliche wirtschaftliche Folgen.

Denn schon bald fehlten vielen Autokonzernen wichtige Teile für ihre Produktion. Es zeigte sich, dass mehr Komponenten als gedacht entweder direkt aus Japan stammten oder auf Bestandteilen von dort basierten. Fukushima machte der Branche klar, wie gering ihr Wissen um die eigene Lieferantenkette war. Betroffen waren nicht nur Japans Autobauer, allen voran Toyota. Vielmehr sah sich die globale Autoindustrie in den folgenden Wochen mit Engpässen konfrontiert. Bei Volkswagen tagte morgendlich ein Krisenstab aus Einkäufern und Produktionsexperten, um die Risiken zu ermitteln und alternative Anbieter zu identifizieren.

Heute, ein Jahr später, haben die Hersteller ihre Lektion gelernt – und ihr Verhältnis zu den Lieferanten überarbeitet. Kurz vor dem Jahrestag der Katastrophe geben die Autobauer Entwarnung. Wie eng Zulieferer und Hersteller inzwischen zusammenarbeiten, um Krisen zu bewältigen, hat zuletzt die Flut in Thailand gezeigt.

„Obwohl die Naturkatastrophe die Produktion in vielen Werken der Lieferanten lahmlegte, mussten wir unsere Produktion in Europa nicht anhalten“, sagte Alan Draper, Einkaufschef von Ford Europa, dem Handelsblatt.

Andere Werke und alternative Zulieferer sprangen ein. Entscheidend war, dass der Informationsfluss erheblich schneller geworden ist. Die Hersteller haben Konsequenzen aus den Katastrophen gezogen und die als Krisenstäbe eingerichteten Eingreiftruppen zur Dauereinrichtung gemacht. „Heute überprüfen wir viel sorgfältiger, aus welchen Regionen unsere wichtigsten Zulieferer ihre Teile beziehen“, sagt Draper. „Vor allem bei unseren wichtigsten Lieferanten schauen wir inzwischen viel tiefer als früher hinein.“ Ford hat ein eigenes Analyseteam aufgebaut, das versucht, die Risiken bei den Zulieferern zu minimieren.

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