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15.10.2008 
Subventionen

Autobauer hoffen auf Merkel

von Axel Höpner, Carsten Herz, Marc C. Schneider und Martin Buchenau

Seit der amerikanische Kongress ein 25 Millarden Dollar schweres Kreditprogramm für die nationale Autoindustrie freigegeben hat, befürchten europäische Autobauer im Wettbewerb zurückzufallen. Die Hersteller rechnen mit Hilfe der deutschen Bundeskanzlerin Merkel.

Lupe

FRANKFURT.Der Vorstoß von Bundeskanzlerin Angela Merkel für ein staatliches Hilfspaket für die europäische Autoindustrie ist auf ein positives Echo in der Branche gestoßen. "Wir begrüßen, dass die Bundesregierung die besondere Lage der Automobilindustrie berücksichtigen will", sagte gestern der Präsident des Verbandes der Autoindustrie, Matthias Wissmann. Der Automobilmarkt brauche Investitionsanreize. Auch der Auto-Importeursverband VDIK forderte, dass die Regierung nach dem Rettungspaket für die Finanzbranche jetzt die automobile Konjunktur stärken müsse. Der europäischen Herstellerverband ACEA hatte sich vergangene Woche bereits für ein Hilfspaket der EU für die Branche nach dem Vorbild der USA stark gemacht.

Merkel hatte diese Woche erstmals Entgegenkommen für die Forderungen der Autoindustrie in Europa signalisiert. Die Lage der Branche müsse gesondert begutachtet werden, sagte sie bei der Vorlage des Rettungsplans für die Finanzindustrie. Die amerikanischen Staatskredite für die US-Autobauer seien wahrscheinlich eine massive Stützung der Automobilindustrie seitens der Amerikaner. Es stelle sich die Frage nach den Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Hersteller und wie darauf reagiert werden müsse.

Nach einer Umfrage des Handelsblatts will sich aber noch kein großer deutscher Hersteller dazu äußern, ob er bei staatlichen Hilfen auch zugreifen würde. Es sei noch viel zu früh, um eine solche Entscheidung zu treffen, hieß es unisono. Es müsse erst abgewartet werden, ob und unter welchen Konditionen ein solches Hilfspaket aufgelegt werde.

Der amerikanische Kongress hatte vor einigen Tagen ein 25 Mrd. Dollar schweres US-Kreditprogramm freigegeben, mit dem die Entwicklung umweltfreundlicherer Autos durch amerikanische Hersteller unterstützt werden soll. Volkswagen und Daimler hatten bereits Interesse an diesen Krediten signalisiert.

Experten warnten vor einem Subventionswettlauf in der Branche. In den Unternehmen hieß es, dass die Hersteller derzeit nicht zu laut nach Staatshilfe rufen wollten. In Zeiten, in denen die Rentner um ihr Erspartes fürchteten, komme dies womöglich nicht gut an. Allerdings sei es eine Wettbewerbsverzerrung, wenn die US-Regierung ihre Autobauer unterstütze, damit die aufholen könnten, was in den vergangenen Jahren versäumt wurde.

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