Autobauer in der Krise
Müntefering stellt Opel Bundesbürgschaft in Aussicht

SPD-Chef Franz Müntefering hat dem Rüsselsheimer Autobauer Opel eine Bürgschaft der Bundesregierung in Aussicht gestellt. "Es ist davon auszugehen, dass das Bürgschaftsanliegen aussichtsreich ist, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind", sagte Müntefering am Freitag auf einer Wahlkampfveranstaltung im hessischen Rüsselsheim.

rtr RÜSSELSHEIM. Dazu zähle etwa "die Abschottungsfrage und die Frage nach Forschung und Entwicklung". Nähere Angaben wollte er nicht machen. Opel will sich mit der Bürgschaft von Bund und Ländern unabhängiger von den Geldströmen der amerikanischen Mutter General Motors machen. In der Vergangenheit wurde im Zuge dessen in der Branche auch eine vollkommene Abkoppelung der deutschen Tochter von dem angeschlagenen US-Konzern diskutiert.

Problematisch könnte dies jedoch sein, weil Opel in Rüsselsheim für die gesamte Forschungs- und Entwicklungsarbeit für die Modelle Astra, Zafira und Insignia weltweit verantwortlich zeichnet. Zudem steuert GM den Einkauf für Europa zentral. Opel lehnte eine Stellungnahme zu den Äußerungen des SPD-Chefs am Freitag ab.

"Wir werden alles dafür tun, um möglich zu machen, dass Opel eine gute Perspektive hat", sagte Müntefering. Eine Entscheidung über die Bürgschaft sei in den kommenden Wochen und Monaten zu erwarten. Er selbst sei seit längerem in die Gespräche über die Zukunft des Traditionsunternehmens involviert.

Ursprünglich wollte die Bundesregierung bis Weihnachten eine Entscheidung über die Bürgschaft treffen, hatte diese jedoch auf 2009 verschoben, da es Kreisen zufolge noch Klärungsbedarf und keinen unmittelbaren Handlungsdruck gab. Das Land Hessen hatte bereits Mitte November und damit noch vor der Wahl am 18. Januar ein Gesetz über einen Bürgschaftsrahmen von 500 Millionen Euro für den Autobauer und hessische Zulieferer auf den Weg gebracht.

In den USA hatte die dortige Regierung der Mutter GM bereits mit Milliardenkrediten unter die Arme gegriffen, um den Fortbestand des ehemals weltgrößten Autokonzerns zu sichern. Das Unternehmen kämpft insbesondere auf dem Heimmarkt mit massiven Absatzrückgängen. Auch Opel konnte sich im vergangenen Jahr dem Nachfrageschwund nicht entziehen und verkaufte in Europa mit 1,46 Millionen Fahrzeugen gut zehn Prozent weniger als 2007.

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