Autobauer investieren
Anlagenbauer Dürr fährt Sonderschichten

Um die Nachfrage nach Lackieranlagen und Produktionstechnik bedienen zu können, müssen die Beschäftigten des Maschinen- und Anlagenbauers Dürr in der zweiten Jahreshälfte Überstunden in Kauf nehmen.
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StuttgartDie Beschäftigten des Maschinen- und Anlagenbauers Dürr müssen in der zweiten Jahreshälfte länger arbeiten, um die kräftig gestiegene Nachfrage nach Lackieranlagen und Produktionstechnik bewältigen zu können. „Unser Geschäft entwickelt sich sehr dynamisch“, sagte Vorstandschef Ralf Dieter am Donnerstag bei der Vorlage der Geschäftszahlen für das erste Halbjahr. In der zweiten Jahreshälfte fahre Dürr Sonderschichten und arbeite teilweise auch an Samstagen, um die Kapazitäten zu erweitern. Über Neueinstellungen denkt der Konzern mit rund 5900 Mitarbeitern bisher nicht nach. 

In den Monaten Januar bis Juni kletterte der Auftragseingang knapp um zwei Drittel auf 1,2 Milliarden Euro, da die Autobauer ihre Werke erweitern oder modernisieren. Vor allem aus Schwellenländern wie Indien, Brasilien, China oder auch aus Ungarn kamen neue Aufträge herein. Auch in Nordamerika ziehe die Nachfrage nach Produktionstechnik wieder an, teilte Dürr mit. Rechnerisch sei die Belegschaft mit den vorliegenden Aufträgen zwölf Monate ausgelastet. 

Dürr hatte bereits Ende Juli wegen der guten Orderlage seinen Geschäftsausblick für das laufende Jahr angehoben. Der Umsatz soll auf 1,75 von 1,26 Milliarden Euro im Jahr 2010 klettern, zudem seien Bestellungen im Wert von knapp zwei Milliarden Euro nach 1,64 Milliarden Euro im Vorjahr zu erwarten. Wegen der besseren Auslastung soll die operative Marge (vor Steuern und Zinsen) auf vier bis 4,5 Prozent steigen, 2010 hatte sie 2,7 Prozent betragen. Auch das Ergebnis nach Steuern werde sich deutlich verbessern, da mit einer rückläufigen Steuerquote zu rechnen sei. Der operative Cashflow werde 2011 voraussichtlich positiv ausfallen. 

Nach den ersten sechs Monaten verbuchte der Konzern mit Sitz in Bietigheim-Bissigen bei Stuttgart ein Umsatzplus von 51 Prozent auf 783,5 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern sprang im ersten Halbjahr auf 32,6 von 1,1 Millionen Euro vor Jahresfrist.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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