Autobauer
Karmann schrumpft

Der Osnabrücker Autobauer Karmann hat ein miserables Jahr hinter sich. Das Unternehmen, das im Auftrag der großen Autobauer vorrangig Cabrios fertigt, musste wegen eingebrochener Verkäufe hunderte Stellen streichen. Dieses Jahr kommt es noch dicker.

HB HANNOVER. Karmann will in diesem Jahr an seinem Hauptsitz in Osnabrück 1 250 von rund 5 200 Stellen streichen. 400 der Stellen entfielen auf die Verwaltung, der Rest auf die Produktion, teilten Betriebsrat und Geschäftsführung am Montag mit. Die Kosten für einen Sozialplan könnten Karmann einem Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ zufolge in diesem Jahr in die roten Zahlen rutschen lassen, zumal mit sinkenden Umsätzen zu rechnen sei. Ein Karmann-Sprecher wollte sich nicht äußern und verwies auf die laufenden Verhandlungen mit dem Betriebsrat.

Schon 2005 hatte Karmann einen Umsatzeinbruch um 31 Prozent auf 1,9 Mrd. Euro erlitten, wie das Unternehmen ebenfalls am Montag mitteilte. Die Mitarbeiterzahl der gesamten Gruppe war von 9 643 auf 8 350 Beschäftigte gesunken, 400 davon alleine am Stammsitz Osnabrück. Zur Ertragslage wollte sich der Sprecher nicht äußern. Er betonte aber, das Eigenkapital sei um 10 Mill. auf 272 Mill. Euro gestiegen.

Für den massiven Stellenabbau machte der stellvertretende Betriebsratschef Wolfram Smolinski die schwache Nachfrage nach dem Chrysler-Modell „Crossfire“ von Daimler-Chrysler verantwortlich. „Die Crossfire-Produktion hat sich nicht gehalten“, sagte Smolinski. Den zweisitzigen Sportwagen fertigt Karmann seit 2003 für den weltweiten Markt. Wurden vor zwei Jahren noch knapp 35 700 Crossfire produziert, waren es 2005 nur noch 12 500 Fahrzeuge. Dem Sprecher zufolge laufen Verhandlungen zwischen Daimler-Chrysler und Karmann über Ausgleichszahlungen für die gedrosselte Produktion. Eine Summe nannte er nicht.

Der Absatzrückgang beim Crossfire habe im vergangenen Jahr ebenso wie hohe Rohstoff- und Energiepreise sowie ungünstige Wechselkurse auf den Umsatz gedrückt, teilte Karmann mit. Im vergangenen Jahr baute Karmann 54 500 Fahrzeuge, im Jahr zuvor waren es noch 94 000 Stück.

Karmann habe lange gehofft, dass das neue VW-Cabrio Eos die Einbußen durch den Crossfire ausgleichen werde, sagte Betriebsrat Smolinski. Schließlich habe Karmann das Vorgängermodell Golf Cabrio gebaut. Diese Hoffnung hatte sich allerdings zerschlagen, da VW den Eos in Eigenregie baut.

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