Autobauer Karmann verliert Order für CLK Cabrio
Daimler holt Aufträge von Zulieferern zurück

Der Autokonzern Daimler-Chrysler verlagert angesichts des geplanten Stellenabbaus ausgegliederte Produktionsaufträge verstärkt wieder in den eigenen Konzern zurück. Nach einem Auftrag für den österreichischen Lieferanten Magna Steyr holen die Stuttgarter auch einen Fertigungsauftrag vom Osnabrücker Lieferanten Karmann in den Konzern zurück, sagte ein Mercedes-Sprecher.

hz/hof FRANKFURT/M. Voraussichtlich ab 2010 will Mercedes das CLK Cabrio im Daimler-Werk in Bremen bauen. Ein Karmann-Sprecher wollte dies nicht kommentieren. Daimler versucht damit, den geplanten Abbau von 8 500 Stellen bei Mercedes in Deutschland abzufedern und die vorhandenen Kapazitäten besser auszulasten. Allein in Bremen sollen 2 700 Arbeitsplätze gestrichen werden. Gesamtbetriebsratschef Erich Klemm drängt deshalb darauf, ausstehende Aufträge von Zulieferern wieder herein zu holen, um den Arbeitsplatzabbau so gering wie möglich zu halten. Karmann stellt bisher rund 26 000 CLK Cabrio pro Jahr im Auftrag von Daimler her.

Mercedes kann seine Werke in Deutschland derzeit nicht voll auslasten und hat zu viel Personal an Bord. Die Nobelmarke habe Kapazitäten für steigende Stückzahlen aufgebaut, die angesichts der aktuellen Marktlage deutlich zu hoch seien, begründete der neue Mercedes-Chef Dieter Zetsche die Einschnitte. Daimler hatte Ende September den Abbau von 8 500 Stellen in Deutschland angekündigt. 950 Mill. Euro hat der Aufsichtsrat dafür an Kosten veranschlagt. Das Geld fließt überwiegend in ein üppiges Abfindungsprogramm. Freiwillig ausscheidende Mitarbeiter bekommen bis zu 275 000 Euro. Die Kosten des Stellenabbaus werden bereits weitgehend im vierten Quartal verbucht, sollen aber durch eine Verbesserung des operativen Geschäfts sowie außerordentliche Erträge kompensiert werden.

Die großen Autohersteller versuchen derzeit wo immer möglich, auch ihre Nischenmodelle wieder im eigenen Haus zu bauen, um die zu hohen Kapazitäten besser auszulasten. So holte Opel die Produktion des Astra Cabrios in den Konzern zurück, und der ebenfalls mit Überkapazitäten kämpfende Volkswagen-Konzern produziert das neue VW-Cabrio Eos künftig im portugiesischen VW-Werk Setubal. Das Vorgängermodell Golf Cabrio wurde noch bei Karmann gebaut. Die Osnabrücker sind nach Magna Steyr der zweitgrößte Autobauer ohne eigene Marke.

Bereits vor zwei Wochen hatte der neue Mercedes-Boss Zetsche einen ausgegliederten Produktionsauftrag vom österreichischen Lieferanten Magna Steyr in den Konzern zurückgeholt. Die Österreicher verlieren den Auftrag für die nächste Generation der Allradversion der E-Klasse, die voraussichtlich ab 2010 wieder im Stammwerk in Sindelfingen gebaut werden soll. Magna stellte bisher jährlich rund 20 000 der allradgetriebenen E-Klasse-Modelle in Graz her.

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