Autobauer könnte Marktführer GM schneller überholen als erwartet
Toyota drängt auf Platz eins

Toyota will seinen Absatz im kommenden Jahr deutlich steigern. Der japanische Autobauer kündigte am DIenstag an, die Zahl der verkauften Autos werde voraussichtlich um sieben Prozent wachsen. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Japaner – seit dem vergangenen Jahr der weltweit zweitgrößte Autobauer – den US-Konkurrenten General Motors (GM) eher als erwartet von Platz eins der Weltrangliste verdrängen.

bas/fas/hz TOKIO/DÜSSELDORF. Die Amerikaner wollen ihre Kapazitäten zurückfahren. Toyota dagegen unterstrich am Dienstag, man werde an nahezu allen Orten der Welt die Produktion ausweiten. Besonderes Augenmerk legen die Japaner dabei auf ihre Luxusmarke Lexus.

Toyota-Präsident Fujio Cho kündigte an, sein Unternehmen werde 2005 mehr als acht Millionen Autos verkaufen. „In der Regel werden die Ziele bei Toyota schneller erfüllt als zuvor prognostiziert“, sagte Ferdinand Dudenhöffer, Professor für Automobilwirtschaft an der FH Gelsenkirchen. Die jüngsten Absatzprognosen von Toyota unterstreichen nach Einschätzung von Branchenbeobachtern eine Entwicklung, die nur schwer aufzuhalten sein dürfte. „Die Wachablösung hat längst stattgefunden. Toyota ist in Bezug auf Qualität, Innovation und Finanzkraft bereits die Nummer eins in der Welt“, sagte Autoanalyst Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler. Die Barreserven der Japaner werden auf über 25 Mrd. Dollar geschätzt. Auch hinsichtlich der Marktkapitalisierung ist das Unternehmen der Konkurrenz weit voraus. Sie beträgt 104 Mrd. Euro. Toyota ist damit dreimal so viel wert wie Daimler-Chrysler und sechsmal so viel wie GM. Volkswagen erreicht eine Bewertung von 10,7 Mrd. Euro.

Gemessen an Verkaufszahlen, schmilzt der Vorsprung von GM stetig. Der amerikanische Autobauer wird nach Berechnungen des Prognoseinstituts Global Insight 2005 rund 8,49 Millionen Fahrzeuge verkaufen. 2006 könnten die Japaner sogar mit den US-Giganten gleichziehen: Toyota will dann rund 8,5 Millionen Fahrzeuge verkaufen und läge damit auf Augenhöhe mit GM.

Zusätzlichen Schub erhofft sich Toyota von seiner Luxusmarke Lexus. Die Japaner kündigten am Dienstag an, die Marke stärker global zu vermarkten und die Modellpalette zu verbreitern. Sie erhöhen damit den Druck auf Mercedes und BMW. Im August 2005 wird Lexus 15 Jahre nach dem Start in den USA erstmals auf Toyotas Heimatmarkt Japan als Eigenmarke eingeführt. In China ist Lexus bereits seit Ende des Jahres präsent. „Endlich können wir die Marke Lexus mit voller Kraft in den Markt einführen. Die Leute werden staunen“, sagte Entwicklungsvorstand Akihiko Saito. In Europa, wo Lexus sich bisher nicht wie erhofft verkauft hat, erwartet Saito ein Anziehen des Wachstums. Unter anderem will Toyota bald Dieselfahrzeuge unter der Marke Lexus anbieten und Schritt für Schritt eigene, von der Marke Toyota unabhängige Verkaufsfilialen aufbauen. Auch werde man bei der Produktentwicklung europäische Vorstellungen stärker berücksichtigen.

Einen großen Vorsprung hat sich Toyota bereits in der Hybridtechnik erarbeitet. Das Konzept, das Verbrennungsmotor und Elektromotor in einem Fahrzeug kombiniert, findet besonders in den USA Anklang. In diesem Jahr verkauft Toyota dort voraussichtlich mehr als 100 000 Exemplare des Mittelklassemodells „Prius“. Weltweit soll der Absatz 2005 um 40 Prozent steigen. 2006 soll auch ein Lexus mit Hybridantrieb angeboten werden. „Das ist ein Markt mit enormen Wachstumsaussichten, und Toyota hat hier im Moment eindeutig die Nase vorn“, sagte Automobilexperte Dudenhöffer. Von den Erfolgen der Japaner alarmiert, wollen jetzt die Konkurrenten nachziehen. Vergangene Woche kündigten GM und Daimler-Chrysler an, gemeinsam einen Hybridmotor entwickeln zu wollen, mit Serienmodellen ist aber vor Ende 2007 nicht zu rechnen.

Während Toyota auf Expansionskurs bleibt, will GM die Produktion 2005 um sieben Prozent senken. Weil der Absatz in den USA im zweiten Halbjahr erneut eingebrochen ist, sollen mehrere Standorte ab Januar vorübergehend stillgelegt werden, 10 000 Mitarbeiter sind betroffen. Auch in Europa, wo GM in diesem Jahr schätzungsweise 500 Millionen Dollar verlieren wird, sollen 12 000 Stellen bei Opel, Vauxhall und Saab wegfallen.

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