Autobauer kündigt Spitzenköchin
Daimler trennt sich von Sarah Wiener

Öffentlich wirbt Spitzenköchin Sarah Wiener mit ihrem Engagement für Nachhaltigkeit. Doch nun kündigt Daimler zwei Verträge mit der Sarah-Wiener-Gruppe – wegen schwerer Verstöße gegen soziale Grundsätze.
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StuttgartDer Stuttgarter Autobauer Daimler und zwei Gastronomie-Unternehmen der Fernsehköchin Sarah Wiener haben ihre Verträge vorzeitig beendet – wegen schwerer Verstöße gegen die sozialen Grundsätze, berichtet der „Spiegel“. Bei einer Untersuchung hätten Daimler-Kontrolleure aufgedeckt, dass Mitarbeiter mehr als zehn Stunden täglich gearbeitet haben sollen. Ein Verstoß gegen geltende Gesetze.

Immerhin 700.000 Euro hatte sich der Autobauer die Dienste aus dem Unternehmensreich der Spitzenköchin kosten lassen. Dafür hatten die „SW Museumsgastronomie“ das Restaurant im Mercedes-Museum in Stuttgart und die „Sarah Wiener Bremen GmbH“ das Restaurant im Bremer Kundencenter von Mercedes betrieben.

Die Sache ist vor allem pikant, weil die Spitzenköchin sich öffentlich für Nachhaltigkeit einsetzt. 2012 wurde sie dafür sogar mit dem „Deutschen Fairness Preis“ ausgezeichnet. „In ihren Reden und in Ihrem Handeln geht es darum, unsere Gesellschaft durch eine nachhaltige, ökologische und rücksichtsvolle Lebensweise fairer zu gestalten“, hieß es damals. Die jüngste Vertragskündigung nährt Zweifel an diesen lobenden Worten.

Die Sarah Wiener GmbH war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Gegenüber dem „Spiegel“ wollte auch das Management keine Stellung zu den Vorwürfen nehmen und verwies stattdessen an die beiden betroffenen Unternehmen. Allerdings weise man darauf hin, dass Arbeitszeitverstöße mittlerweile korrigiert worden seien, die Trennung sei einvernehmlich erfolgt.

In den beiden betroffenen Restaurants des Autobauers soll der Betrieb weitergeführt werden, allerdings von anderen Betreibern.

Kommentare zu " Autobauer kündigt Spitzenköchin: Daimler trennt sich von Sarah Wiener"

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  • Was die Wiener einst als einsame Wüstenblume in Lokal und TV so von sich gab, war doch nie mehr als nett, vielleicht noch "korrekt".

    Alles andere ist halt Geschäft - und das geht meist völlig anders.

    Da hat sich das Autohaus schwer verkalkuliert. Professionalität beim Autobau läßt sich kaum mit entsprechenden Versuchen beim Betreiben einer großen Gastronomie vergleichen.

    Das kann nur Rückschläge geben.

  • Rostprobleme haben nur mit dem Artikel wenig zu tun...
    Sollte der Kündigungsgrund tatsächlich wegen 10 h Arbeitszeit erfolgt sein kann ich nur Lachen. Da kann Daimler schonmal pro forma jedem zukünftigen Betreiber der Restaurant kündigen. Ich komme selbst aus der Hotellerie, 10-12 h sind dort eher die Regel als die Ausnahme. Mag sein, dass in den Daimlerwerken sauber nach Stechuhr gearbeitet wird aber in vielen Branchen sieht die Realität nunmal anders aus. Das ist sicherlich diskussionswürdig aber deswegen zu kündigen ist schlichtweg lachhaft.

  • Wenn die bei Daimler mal genauso schnell und konsequent reagiert hätten bei den massiven Rostproblemen ihrer Fahrzeuge der Baureihen W 202, 203, 210, 638, 639.

    Und in puncto Elektrofahrzeuge müssen sie Technologie in den USA einkaufen.

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