Autobauer
Kurzarbeit bei Daimler weitet sich aus

Beim Autobauer Daimler droht im nächsten Jahr wegen der schweren Absatzkrise auf den Automärkten zahlreichen Mitarbeitern Kurzarbeit. Von Januar bis April 2009 könnten davon Teile der Werke in Sindelfingen, Berlin, Bremen und Düsseldorf betroffen sein, sagte eine Unternehmenssprecherin.

HB STUTTGART. Auch in anderen Werken des Konzerns soll über eine mögliche Verkürzung der Arbeitszeit gesprochen werden. Wie dies im einzelnen geregelt wird, soll an den jeweiligen Standorten mit dem Betriebsrat noch im Dezember geklärt werden.

"Hier geht es insbesondere darum, die Zeitkonten weiter zu nutzen, dafür bestehende Ausgleichszeiträume sowie Zeitkontengrenzen weiter zu flexibilisieren", sagte die Sprecherin. Die Untergrenze der Arbeitszeitkonten lag im Autobereich bisher bei einem Minus zwischen 150 und 200 Stunden. Als weitere Möglichkeit hätten Konzernleitung und Gesamtbetriebsrat je nach Situation in den einzelnen Werken die Verkürzung der Arbeitszeit von 35 auf 30 Stunden vereinbart. Außerdem hätten die Arbeitnehmervertreter zugesagt, dass es einfacher möglich sein soll, Mitarbeiter innerhalb eines Werkes zu versetzen.

"Die Situation stellt sich aufgrund unterschiedlicher Produktsegmente, unterschiedlicher Standorte sowie unterschiedlicher Lieferbeziehungen der Werke sehr komplex dar", sagte die Sprecherin. Über die Arbeitszeit-Reduzierung hatte es zuvor Streit zwischen Unternehmensleitung und Betriebsrat gegeben. Während der Vorstand Informationen aus Unternehmenskreisen zufolge eine Arbeitszeitverkürzung favorisierte, setzte sich der Betriebsrat für die Anmeldung von Kurzarbeit ein.

Kurzarbeit ist bei den Beschäftigten mit deutlich weniger Einbußen verbunden, für das Unternehmen ist es allerdings die teurere Lösung. Kurzarbeit bietet Angaben des Betriebsrates zufolge eine Absicherung der Netto-Entgelte von bis zu 97 Prozent. Eine Absenkung der Arbeitszeit von 35 auf 30 Stunden sichere lediglich bis zu 89 Prozent der Netto-Entgelte. Das Unternehmen zahlt zwar bei Kurzarbeit nur noch den Lohn für die tatsächlich geleistete Arbeitszeit. Allerdings müsste es weiter auf 80 Prozent des wegfallenden Arbeitsumfangs Sozialbeiträge abführen. Dies würde bei einer Arbeitszeitverkürzung wegfallen.

Die Stuttgarter hatten wie auch andere Autobauer bereits eine Zwangspause über den Jahreswechsel angekündigt. An allen 14 deutschen Standorten des Konzerns sollen rund 150 000 Beschäftigte in verlängerte Weihnachtsferien von bis zu vier Wochen geschickt werden. Im größten deutschen Montagewerk des Konzerns in Sindelfingen beginnen die Weihnachtsferien in diesem Jahr bereits am 12. Dezember und dauern bis zum 12. Januar.

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