Autobauer mit Gewinnsprung
BMW knackt die 3-Milliarden-Marke

BMW macht es Daimler und VW nach: Der Autobauer überrascht mit einem deutlich höheren Gewinn als erwartet. Das Konzernergebnis vor Steuern überspringt die Marke von 3 Milliarden Euro – dank Sondereffekten.
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MünchenDer Einstieg neuer Partner beim Kartendienst Here hat dem Autobauer BMW zu einem Gewinnsprung verholfen. Das Vorsteuerergebnis kletterte im ersten Quartal um 27 Prozent auf drei Milliarden Euro, wie der Konzern am Donnerstag auf Basis vorläufiger Zahlen mitteilte. Weil der BMW-Anteil an Here im Zuge der Beteiligung weiterer Unternehmen höher bewertet wurde, schnellte das Finanzergebnis von 183 Millionen Euro nach oben.

Von einem entsprechenden Sondereinfluss hatte bereits der Erzrivale Daimler profitiert, der ebenfalls an Here beteiligt ist. Zuletzt war etwa der Chipriese Intel dort eingestiegen.

Darüber hinaus verbuchte BMW weitere Sondereinflüsse von 122 Millionen Euro im Finanzergebnis, die nach Konzernangaben im Wesentlichen ebenfalls auf Bewertungseffekte zurückzuführen sind. Zudem habe das chinesische Gemeinschaftsunternehmen BMW Brilliance Automotive seinen Ergebnisbeitrag gesteigert. In der Autosparte kletterte der Quartalsgewinn lediglich um sechs Prozent auf 1,87 Milliarden Euro.

Die Gewinnmarge im Autogeschäft lag mit 9,0 Prozent im Zielkorridor – etwas unter der Marge im ersten Quartal des Vorjahrs, aber leicht über der Marge des Vorjahrs insgesamt. Die Börse reagierte verhalten. Umsatz und Vorsteuergewinn hätten durchaus überzeugt, hieß es am Markt. In der Autosparte hatte Jefferies-Analyst Philippe Houchois mit lediglich 1,6 statt 1,8 Milliarden Euro Ergebnis gerechnet. Die Signale für das Gesamtjahr bleiben allerdings unverändert verhalten.

Für das laufende Jahr stellt BMW-Chef Harald Krüger einen leichten Zuwachs bei Absatz, Umsatz und Gewinn in Aussicht. Das wäre das achte Rekordergebnis in Folge. Als Rendite im Autosegment peilt er zwischen 8 und 10 Prozent vom Umsatz an. BMW wurde im direkten Markenvergleich nach elf Jahren an der Spitze allerdings von Mercedes überholt.

BMW plant höhere Investitionen und bis Ende nächsten Jahres über 40 neue und überarbeitete Automodelle. In diesem Jahr sollen nach dem nach Stückzahl und Rendite für BMW sehr wichtigen 5er der X3, Mini Countryman und Rolls Royce Phantom folgen.

Die gesamten Zahlen für das erste Quartal will Krüger am 4. Mai vorlegen, und am 11. Mai wollen die Aktionäre auf der Hauptversammlung in München erfahren, wie es weitergeht.

Die heimischen Konkurrenten von BMW hatten im ersten Quartal des Jahres überraschend gut abgeschnitten. Daimler hatte zu Jahresanfang einen sprunghaften Anstieg des operativen Gewinns verbucht. Den Stuttgartern verhalfen ein Absatzrekord sowie Sondereffekte zu einer Verdoppelung des Betriebsgewinns auf 4,01 Milliarden Euro. Volkswagen steigerte dank Fortschritten bei der Sanierung seiner Hauptmarke den Betriebsgewinn um fast ein Drittel auf 4,4 Milliarden Euro.

Agentur
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Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Autobauer mit Gewinnsprung: BMW knackt die 3-Milliarden-Marke"

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  • Wundert mich jetzt etwas... der Artikel zum Thema Straftraten war nach 20 Minuten von Homepage weg und nur noch im News-Ticker auffindbar (oder täusch ich mich da und er von Anfang an nur da)?

    Trotzdem schöne dass es BMW gut geht! ;-)

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