Autobauer
Nissan muss Produktion in Japan stoppen

Panne beim Autobauer Nissan: Da bei Endkontrollen nicht zertifizierte Inspektoren eingesetzt wurden, muss die Produktion für den Inlandsmarkt in Japan gestoppt werden. Das schickt nicht nur die Nissan-Aktie auf Talfahrt.
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YokohamaDer Skandal um unzulängliche Sicherheitschecks bei der Endabnahme von Neuwagen hat für Nissan weitreichende Folgen. Der zweitgrößte japanische Autobauer kündigte am Donnerstag an, die Produktion für den inländischen Markt vorübergehend zu stoppen, weil bei Untersuchungen erneut Mängel bei der Endkontrolle festgestellt worden seien. Nissan-Chef Hiroto Saikawa sagte, es werde mindestens zwei Wochen dauern, um den Problemen auf den Grund zu gehen und die Abläufe zu verbessern. Rund 34.000 Fahrzeuge sollen einer erneuten Schlusskontrolle unterzogen werden.

Die Produktion von Fahrzeugen für den Export läuft unterdessen weiter, weil dafür andere Zertifizierungsverfahren in der Endabnahme gelten. Nissan betonte, dass auch die für den inländischen Markt produzierten Autos sicher seien.

Der Fall schadet nicht nur Nissans Ruf erheblich. Er wirft nach Meinung von Experten auch die Frage auf, inwieweit in Japan Qualitätsregeln eingehalten werden. Japans drittgrößter Stahlproduzent Kobe Steel hatte zugegeben, über Jahre falsche Angaben zu Festigkeit und Haltbarkeit von Aluminium-, Kupfer- und Stahlprodukten gemacht zu haben.

Nissan hatte unlängst bereits den Rückruf von mehr als 1,2 Millionen Autos angekündigt, weil diese in den vergangenen drei Jahren von nicht autorisierten Inspektoren abgenommen wurden. Im Rahmen der Ermittlungen des japanischen Verkehrsministeriums wurden zwei Autofabriken durchsucht. Nissan stellte im vergangenen Jahr 386.000 Fahrzeuge für den heimischen Markt her.

Der Produktionsstopp machte auch dem mit Nissan verbundenen französischen Partner Renault zu schaffen. Die Aktien des französischen Autobauers fielen am Donnerstag um bis zu drei Prozent. Die in Frankfurt notierten Nissan-Papiere verloren 3,7 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Autobauer: Nissan muss Produktion in Japan stoppen"

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  • AUTOBAUER
    Nissan muss Produktion in Japan stoppen
    Datum:
    19.10.2017 13:37 UhrUpdate: 19.10.2017, 15:48 Uhr
    Panne beim Autobauer Nissan: Da bei Endkontrollen nicht zertifizierte Inspektoren eingesetzt wurden, muss die Produktion für den Inlandsmarkt in Japan gestoppt werden. Das schickt nicht nur die Nissan-Aktie auf Talfahrt.

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    In Deutschland darf jeder inspizieren.

    Und am Jahresende wenn noch vor dem Urlaub Fahrzeuge in mengen benötigt werden um die Jahresstückzahl zu erfüllen dann werden sogar Fahrzeuge Frei gegeben wo die Farbe der Stoßfänger vom Fahrzeug Farbe drastisch abweicht.

    AUTO wird verkauft und verlässt das Band und geht sofort auf Werkshalde zur Nacharbeit !

    Aber Hauptsächlich die Stückzahlen stimmen ?

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