Autobauer Nissan muss Produktion in Japan stoppen

Panne beim Autobauer Nissan: Da bei Endkontrollen nicht zertifizierte Inspektoren eingesetzt wurden, muss die Produktion für den Inlandsmarkt in Japan gestoppt werden. Das schickt nicht nur die Nissan-Aktie auf Talfahrt.
Update: 19.10.2017 - 15:48 Uhr 1 Kommentar
Der Autobauer muss sämtliche produktion in Japan für zwei Wochen stoppen. Quelle: AP
Nissan-Motorenwerk in Yokohama

Der Autobauer muss sämtliche produktion in Japan für zwei Wochen stoppen.

(Foto: AP)

YokohamaDer Skandal um unzulängliche Sicherheitschecks bei der Endabnahme von Neuwagen hat für Nissan weitreichende Folgen. Der zweitgrößte japanische Autobauer kündigte am Donnerstag an, die Produktion für den inländischen Markt vorübergehend zu stoppen, weil bei Untersuchungen erneut Mängel bei der Endkontrolle festgestellt worden seien. Nissan-Chef Hiroto Saikawa sagte, es werde mindestens zwei Wochen dauern, um den Problemen auf den Grund zu gehen und die Abläufe zu verbessern. Rund 34.000 Fahrzeuge sollen einer erneuten Schlusskontrolle unterzogen werden.

Die Produktion von Fahrzeugen für den Export läuft unterdessen weiter, weil dafür andere Zertifizierungsverfahren in der Endabnahme gelten. Nissan betonte, dass auch die für den inländischen Markt produzierten Autos sicher seien.

Der Fall schadet nicht nur Nissans Ruf erheblich. Er wirft nach Meinung von Experten auch die Frage auf, inwieweit in Japan Qualitätsregeln eingehalten werden. Japans drittgrößter Stahlproduzent Kobe Steel hatte zugegeben, über Jahre falsche Angaben zu Festigkeit und Haltbarkeit von Aluminium-, Kupfer- und Stahlprodukten gemacht zu haben.

Das sind die Renditekönige der Autowelt
Platz 10 - Hyundai - Ebit-Marge: 5,3 Prozent
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Die Rendite der Koreaner hat in den ersten neun Monaten kräftig gelitten. 2,99 Milliarden Euro Gewinn bedeuten neun Prozent weniger als im Vorjahr. Das reicht allerdings immer noch für die Top Ten – allerdings nur, weil die französischen Konzerne Renault und PSA nicht in der Statistik auftauchen. Die Franzosen machten im dritten Quartal keine Ebit-Angaben.

Quelle: EY, Stand: 1.-3. Quartal 2017

Platz 9 - Honda - Ebit-Marge: 5,4 Prozent
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Die Japaner haben ihren Gewinn in den ersten drei Quartalen um neun Prozent auf 4,78 Milliarden Euro gesteigert. Bei der Marge hat Honda damit deutliche Fortschritte gemacht.

Platz 8 - FCA - Ebit-Marge: 5,7 Prozent
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Die Italiener haben mit Jeep eine unschlagbare Gewinnmaschine im Konzern. Ein Plus von 22 Prozent in den ersten neun Monaten spricht eine deutliche Sprache. Der Gewinn von Fiat-Chrysler stieg auf 4,65 Milliarden Euro.

Platz 7 - Nissan - Ebit-Marge: 5,7 Prozent
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Anders als die Schwester Renault verläuft das Jahr für Nissan dürftig. Der Absatz stagniert, der Gewinn ist sogar um fünf Prozent auf 4,19 Milliarden Euro eingebrochen. Im Branchenvergleich ist das aber immer noch in Ordnung.

Platz 6 - Volkswagen - Ebit-Marge: 6,2 Prozent
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Der Schein trügt. Die Marge des VW-Konzerns fällt im Vergleich mit der Konkurrenz zwar gut aus – doch das geht vor allem auf die Kappe der Premiummarken Audi und Porsche. Die Kernmarke VW erwirtschaftet bestenfalls unterdurchschnittliche Renditen. Dank überwundener Dieselkrise steigt der Gewinn in den ersten neun Monaten trotzdem um satte 23 Prozent auf 10,64 Milliarden Euro.

Platz 5 - Toyota - Ebit-Marge: 7,1 Prozent
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Für den erfolgsverwöhnten Branchenprimus lief das Jahr bislang durchwachsen – vor allem, weil die Japaner großen Wert auf ihre Profitabilität legen. Der Gewinn sank aber um acht Prozent auf 12,34 Milliarden Euro. Das ist allerdings in absoluten Zahlen immer noch der höchste Gewinn in der Industrie.

Platz 4 - General Motors - Ebit-Marge: 7,5 Prozent
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Mary Barra regiert beim US-Autobauer mit eiserner Hand – und richtet ihn gnadenlos auf Effizienz aus. Wegen Verlusten aus dem Opel-Verkauf sank der Gewinn in den ersten neun Monaten damit um sechs Prozent auf 7,27 Milliarden Euro.

Nissan hatte unlängst bereits den Rückruf von mehr als 1,2 Millionen Autos angekündigt, weil diese in den vergangenen drei Jahren von nicht autorisierten Inspektoren abgenommen wurden. Im Rahmen der Ermittlungen des japanischen Verkehrsministeriums wurden zwei Autofabriken durchsucht. Nissan stellte im vergangenen Jahr 386.000 Fahrzeuge für den heimischen Markt her.

Der Produktionsstopp machte auch dem mit Nissan verbundenen französischen Partner Renault zu schaffen. Die Aktien des französischen Autobauers fielen am Donnerstag um bis zu drei Prozent. Die in Frankfurt notierten Nissan-Papiere verloren 3,7 Prozent.

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1 Kommentar zu "Autobauer: Nissan muss Produktion in Japan stoppen"

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  • AUTOBAUER
    Nissan muss Produktion in Japan stoppen
    Datum:
    19.10.2017 13:37 UhrUpdate: 19.10.2017, 15:48 Uhr
    Panne beim Autobauer Nissan: Da bei Endkontrollen nicht zertifizierte Inspektoren eingesetzt wurden, muss die Produktion für den Inlandsmarkt in Japan gestoppt werden. Das schickt nicht nur die Nissan-Aktie auf Talfahrt.

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    In Deutschland darf jeder inspizieren.

    Und am Jahresende wenn noch vor dem Urlaub Fahrzeuge in mengen benötigt werden um die Jahresstückzahl zu erfüllen dann werden sogar Fahrzeuge Frei gegeben wo die Farbe der Stoßfänger vom Fahrzeug Farbe drastisch abweicht.

    AUTO wird verkauft und verlässt das Band und geht sofort auf Werkshalde zur Nacharbeit !

    Aber Hauptsächlich die Stückzahlen stimmen ?

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