Autobauer
Nissan produziert künftig in Birma

Jahrzehnte lang war Birma politisch und wirtschaftlich abgeschottet. Nun will Nissan in dem südostasiatischen Land Fahrzeuge produzieren. Auch andere Autohersteller haben Interesse angemeldet.
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RangunDer japanische Autokonzern Nissan will demnächst im lange abgeschotteten Birma Autos bauen. Ab 2015 sollten in einer neu gebauten Fabrik in dem südostasiatischen Land jährlich 10.000 Fahrzeuge vom Typ Nissan Sunny gebaut werden, teilte das Unternehmen am Freitag in Rangun mit. Für den Bau des größten Autowerks Birmas sei das malaysische Partnerunternehmen Tan Chong Motors zuständig. Zur Höhe der Investitionen machte Nissan keine Angaben.

Das Projekt sei „eine zentrale Etappe in unserem weltweiten Wachstumsplan“, erklärte Nissan-Chef Carlos Ghosn. Das Unternehmen sei überzeugt, dass Birma ein wichtiger Wirtschaftsmotor für die Region sei. Nissan wolle dem Land beim Aufbau seiner Automobilindustrie behilflich sein.

Birma war fünf Jahrzehnte lang im eisernen Griff einer Militärjunta. Seit 2011 wird das Land von einer formal zivilen Regierung unter dem früheren General Thein Sein regiert. Er leitete eine Reihe tief greifender Reformen ein, um das international lange isolierte Land politisch und wirtschaftlich zu öffnen.

Während der Isolation konnten sich nur wenige Einwohner ein Auto kaufen: Ende 2012 waren laut der japanischen Wirtschaftszeitung „Nikkei“, die bereits am Montag von den Nissan-Plänen berichtet hatte, nur 2,36 Millionen Fahrzeuge in Birma registriert – bei 63 Millionen Einwohnern. Die Nachfrage nach gebrauchten japanischen Modellen ist laut dem Bericht sehr groß. Auch andere Autohersteller haben bereits Interesse angemeldet: Suzuki aus Japan kündigte an, wieder Autos in Birma produzieren zu wollen. Auch Ford aus den USA plant eine Niederlassung.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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