Autobauer
„Opel braucht Bürgschaft in jedem Fall“

Der Autobauer Opel benötigt nach Einschätzung von Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz in jedem Fall eine Bürgschaft der Bundesregierung. Diese sei nicht nur nötig, wenn die Mutter GM zusammenbreche, sondern auch, wenn der Detroiter Autobauer eine Bürgschaft der US-Regierung bekomme.

HB FRANKFURT. "Staatliche Hilfen wird GM nur für das Geschäft in Nordamerika erhalten", sagte Franz am Mittwoch. So wie die Regierung in Deutschland werde auch die US-Regierung verhindern, dass Staatsgelder ins Ausland abfließen. Damit wäre Opel von Geldströmen aus dem Mutterhaus abgeschnitten. Ein Opel-Sprecher sagte, das Unternehmen habe die Bürgschaft für den Fall beantragt, dass sich die Lage bei GM verschlechtere und sich Opel nicht mehr über den Konzern finanzieren könne.

Bislang hat die US-Regierung noch keine Entscheidung zur Rettung der angeschlagenen Autoindustrie getroffen. Eine Ankündigung stehe auch nicht unmittelbar bevor, hieß es am Dienstag. Analog dazu hatte Opel erklärt, das Unternehmen benötige eine Entscheidung über die Bürgschaft der Bundesregierung nicht mehr in diesem Jahr. Ursprünglich wollte Bundeskanzlerin Angela Merkel noch vor Weihnachten über mögliche Staatshilfen für den Autobauer entscheiden.

Parallel dazu treiben auch die Opel-Händler gemeinsam mit der Belegschaft ihre Pläne zur Rettung des Traditionsunternehmens voran. Sie wollen sich zumindest an dem Autobauer beteiligen. "Im schlimmsten Fall wollen Opelhändler und Beschäftigte einspringen", sagte Franz. Die Händler hatten zur Unterstützung einer möglichen Rettungsaktion bereits im Kanzleramt vorgefühlt.

Anders als andere deutsche Hersteller hat Opel keine Werksniederlassungen oder einen groß angelegten Fabrikverkauf und vertreibt seine Wagen nur über Händler. Diese sehen durch die Krise ihre Existenz gefährdet. Die Initiative zeige, dass die Händler stark mit der Marke und dem Unternehmen verbunden seien, sagte ein Firmensprecher.

Ungeachtet gelockerter Regeln für Staatsbeihilfen will die EU-Kommission eine mögliche milliardenschwere Staatsgarantie für den deutschen Autobauer Opel überprüfen. Auf die Frage, ob eine förmliche Anmeldung in Brüssel nötig sei, antwortete EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes am Mittwoch: "Ja." Opel hatte bereits vor einigen Wochen grundsätzlich nach einer Bürgschaft über gut eine Milliarde Euro gefragt - für den Fall, dass bei einer Insolvenz der Muttergesellschaft General Motors (GM) die Zahlungen aus den USA ausbleiben. Die Kommission prüft größere Staatshilfen, um Wettbewerbsverzerrungen in der Union zu verhindern.

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