Autobauer
Opel führt Kurzarbeit ein

Der kriselnde Autobauer hat sich mit dem Betriebsrat geeinigt. Bis zum Jahresende lassen die Mitarbeiter an den Standorten Rüsselsheim und Kaiserslautern 20 Tage die Arbeit ruhen.
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FrankfurtOpel drosselt wegen der Absatzkrise ab Anfang September die Produktion und schickt fast zehntausend Mitarbeiter in Zwangspause. Geschäftsleitung und Arbeitnehmer einigten sich nach Angaben vom Donnerstag darauf, im Stammwerk in Rüsselsheim und im Komponentenwerk in Kaiserslautern jeweils an 20 Tagen bis zum Jahresende die Arbeit ruhen zu lassen. An beiden Standorten zusammen seien 9.300 Mitarbeiter davon betroffen.

Betroffen sind in Rüsselsheim 3500 Mitarbeiter in der Produktion sowie 3300 in der Verwaltung. Im Werk Kaiserslautern müssen 2500 Beschäftigte in die Kurzarbeit. Für die 7000 Mitarbeiter im Entwicklungszentrum in Rüsselsheim gilt die Regelung nicht.

Die finanzielle Belastung der Arbeitnehmer soll dadurch in Grenzen gehalten werden, dass Opel das staatliche Kurzarbeitergeld aufstockt. „Der europäische Automobilmarkt bricht drastisch ein. Die sinkende Auslastung kann nicht mehr wie bisher durch den Einsatz von Korridorschichten und Gleitzeitguthaben kompensiert werden“, erklärte Personalvorstand Holger Kimmes. Betriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug sagte, die Kurzarbeit sichere Arbeitsplätze.

Ein jahrelanger Zick-Zack-Kurs des amerikanischen Mutterkonzerns General Motors und die Absatzkrise in Europa haben das Fundament der Firma unterspült, deren Marktanteil seit Jahren sinkt, was den Rüsselsheimern Riesenprobleme mit Überkapazitäten eingebrockt hat. Mehrere Sanierungsversuche hatten nicht den erhofften Erfolg - zuletzt wurden vor zwei Jahren europaweit 8000 Stellen gestrichen und das Werk im belgischen Antwerpen geschlossen. Trotzdem türmte sich der Verluste im Europageschäft in der ersten Jahreshälfte auf weit mehr als eine halbe Milliarde Dollar. In den vergangenen zehn Jahren hat der US-Autokonzern in Europa insgesamt 14 Milliarden Dollar verloren.

Nach mehreren Wechseln an der Unternehmensspitze in den vergangenen Jahren führt seit Mitte Juli der Sanierungsexperte Thomas Sedran das Europa-Geschäft mit den beiden Marken Opel und Vauxhall - allerdings nur vorübergehend, bis ein Nachfolger für den geschassten Karl-Friedrich Stracke gefunden ist.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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