Autobauer
Opel plant Kurzarbeit in Bochum

Der Autohersteller Opel plant laut Betriebsrat ab Februar Kurzarbeit am Standort Bochum. Bis zum Jahresende soll dies an 70 bis 100 Tagen geschehen. Außerdem glauben Fachleute nicht daran, dass Opel durch Preissenkungen den Verkauf seiner Autos ankurbeln kann.

HB BOCHUM. Betroffen sei rund die Hälfte der 6 000 Mitarbeiter, sagte der Bochumer Betriebsratschef Rainer Einenkel am Dienstag der Nachrichtenagentur Associated Press und bestätigte damit einen Bericht der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“. Demnach verhandelt der Betriebsrat derzeit über eine Zulage zum Kurzarbeitergeld, damit die Mitarbeiter noch 95 Prozent ihres Nettoeinkommens erhalten. Ob es wirklich 95 Prozent werden, sei noch nicht klar, betonte Einenkel. In jedem Fall gehe es um einen Zuschlag zum Kurzarbeitergeld, der von Opel übernommen werden müsste.

Das Unternehmen hatte im November erklärt, man werde 2009 weniger Fahrzeuge produzieren und erwäge die Einführung einer 30-Stunden-Woche in fast allen europäischen Werken. Ausnahme sei das Stammwerk in Rüsselsheim, wo die Produktion des neuen Mittelklassemodells Insignia anlaufe. Wegen der Rezession haben viele Hersteller mit einer deutlich geringeren Nachfrage zu kämpfen.

Laut Experten könnte Opel den Verkauf mit seinen Preissenkungen nach Einschätzung von Experten kaum ankurbeln. „Ich glaube, auch mit dieser Aktion wird es schwer sein, einen durchschlagenden Erfolg zu haben“, sagte der Automobil-Professor Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag.

Die Tochter des US-Herstellers General Motors hat die Preise für die Einstiegsvarianten von vier Fünftel der Modelle zum Jahresbeginn gesenkt. Mit Preissenkungen zwischen drei und acht Prozent will Vertriebschef Thomas Owsianski die Kundschaft zu den Händlern locken. Die Abschläge gelten nach Firmenangaben für Wagen mit nahezu unveränderter Ausstattung: „Wir bieten nahezu das gleiche Auto für weniger Geld“, sagte ein Sprecher.

„Diese Rabatte sind zwar interessant, aber nicht sensationell“, sagte Dudenhöffer. Andere Hersteller böten bei Sonderaktionen bereits deutlich größere Preisvorteile. Die Konkurrenten VW, BMW und Daimler haben ihre Listenpreise wegen steigender Kosten zum Jahresende erhöht und lassen Händler vor allem mit Rabatten auf Kundenfang gehen. Doch kaum ein Auto geht in Deutschland zum Listenpreis an den Kunden, Abschläge von 15 Prozent sind fast schon Normalität.

Auto-Analyst Sascha Heiden vom Marktforscher Global Insight warnte, eine pauschale Senkung der Listenpreise könne die Marke beschädigen. „Listenpreise zu senken ist ein ziemlich kräftiges Signal und deutet an, dass man Schwierigkeiten hat, seine Produkte im Markt zu platzieren.“ Für Preisabschläge gebe es kaum Spielraum, sagte Heiden: „Die Margen sind weder bei den Herstellern noch im Handel großartig.“ In den vergangenen 20 Jahren sei die Ausstattung immer reichhaltiger geworden, was zu stetig steigenden Preisen geführt habe. „Ich sehe nicht, dass sich an diesem Trend etwas signifikant geändert hätte oder ändern wird.“ Käufer würden eher zu kleineren Autos greifen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%