Autobauer
Opel und Peugeot Citroën produzieren gemeinsam

Enge Partnerschaft zwischen Opel und Peugeot Citroën: Die kriselnden Autohersteller wollen erstmals unter einem Dach produzieren. Gleichzeitig wickelt die GM-Tochter ihr Werk in Bochum ab.
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RüsselsheimNun also doch: Die wankenden Autobauer Opel und PSA Peugeot Citroën rücken noch enger zusammen. Nach dem Einkauf, der Logistik und der Entwicklung legen die von der Absatzkrise in Europa geplagten Hersteller auch die Produktion zusammen. Künftig lassen die Franzosen den Nachfolger ihres Mini-Vans Citroën C3 Picasso im spanischen GM-Werk Saragossa vom Band rollen - gemeinsam mit dem geplanten Folgemodell des Opel Meriva. Das Ziel der Partner, die seit Jahren hohe Verluste einfahren, ist klar: die Kosten über höhere Stückzahlen senken, die dramatischen Überkapazitäten abbauen.

„Das ist noch kein Durchbruch, aber ein Schritt in die richtige Richtung“, sagt Analyst Mario Franjicevic von IHS Global Insight. Die Opel-Werke seien aktuell zu knapp unter 70 Prozent ausgelastet, und alles unter 80 Prozent sei auf Dauer fragwürdig. „Mit der Schließung des Werks Bochum, dem Bau des C3 Picasso und der Verlagerung des Opel Mokka von Korea nach Europa wird die Auslastung an die 80 Prozent kommen.“ Und das, obwohl Opel den Familien-Van Zafira künftig im Gegenzug bei PSA fertigen lassen wird, wie IHS erwartet.

Ungleiche Entwicklung

Fahrzeugproduktion von Opel* in verschiedenen Ländern

in Tsd. Einheiten


Die Opel-Mutter General Motors und PSA hatten ihre Allianz im Februar 2012 verkündet, GM beteiligte sich mit 7 Prozent an PSA. Seither kooperieren die Hersteller in Einkauf, Logistik und Entwicklung, um Kosten zu sparen. Ursprünglich peilten die Unternehmen bis 2017 Synergien in Höhe von etwa zwei Milliarden US-Dollar (rund 1,5 Mrd Euro) pro Jahr an.

Mit der gemeinsamen Fertigung dürften sich die Kostenvorteile insgesamt eher in Richtung zwei Milliarden Euro pro Unternehmen bewegen“, schätzt Experte Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler. Die engere Zusammenarbeit sei damit gut für beide Hersteller: „Wenn Opel eine Aktie wäre, wäre sie interessant.“ Dass Käufer von den nahezu gleichen Modellen abgeschreckt werden könnten, glauben Branchenkenner nicht. Das gebe es immer wieder und sei den Kunden zumeist egal.

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Franzosen bangen um Arbeitsplätze

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