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Autobauer: Opelaner kritisieren ihr Management

Im Ringen um eine Zukunft von Opel reicht es jetzt der Belegschaft: Der Opel-Betriebsratschef Klaus Franz hat angesichts der anhaltenden Kritik aus der Politik das Management zu einer umgehenden Kurskorrektur aufgefordert. Und da kaum ein Betriebsratschef eines Autokonzerns mehr Macht hat als Franz, dürften die Aussagen nicht verpuffen.

Opel-Betriebsratschef Klaus Franz stellt klare Forderungen. Quelle: ap
Opel-Betriebsratschef Klaus Franz stellt klare Forderungen. Quelle: ap

BERLIN/FRANKFURT. Das Management des Opel-Mutterkonzerns General Motors (GM) verbreite derzeit „einzig und allein negative Botschaften“ und übertreffe sich in den „Ankündigungen zur Höhe des geplanten Personalabbaus gegenseitig“, kritisierte der oberste Arbeitnehmervertreter von GM in Europa.

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Notwendig seien nun schnelle verbindliche Zusagen von GM unter anderem zur sofortigen Neustrukturierung von Opel/Vauxhall in Europa sowie zur Einlage der von Opel genutzten Technologien und Patente. Sonst drohe sich die Politik abwenden, „weil niemand in Europa dieses Durcheinander versteht und niemand Steuermittel zur Vernichtung von Arbeitsplätzen im großen Stil bewilligen wird“.

Eine Woche nach der gemeinsamen Vorlage eines Opel-Zukunftsplans in Berlin, den die Regierung zur Bedingung für eine Entscheidung über mögliche Staatshilfen gemacht hat, ist der Burgfrieden zwischen Arbeitnehmern und Management damit wieder aufgekündigt. „Jeden Tag werden neue Spekulationen, neue Zahlen und Horrormeldungen über Opel verbreitet, aber das Management ist abgetaucht“, klagte Franz.

„Es liegt jetzt am GM-Management und der Opel Geschäftsführung, das Vertrauen bei den Beschäftigten, der Politik und der Öffentlichkeit zurück zu gewinnen.“ Franz legte dem Management einen sechs Punkte umfassenden Forderungskatalog vor, der unter anderem die Bildung einer neuen Adam Opel AG, die europaweit alle Werke sowie den Vertrieb von Opel und Vauxhall kontrollieren soll. An dem neuen Unternehmen soll der kriselnde Mutterkonzern General Motors nur noch einen Minderheitsanteil halten.

Die Arbeitnehmervertreter fordern zudem, dass das neue Unternehmen unbeschränkten Zugriff auf GM-Technologie erhalten soll. In Konzernkreisen heißt, dass Management sei bereit, die Mehrheit an Opel abzugeben und der neuen Gesellschaft eine weitreichende Mitbestimmungsregelung zu geben.

Das Opel-Management hatte der Bundesregierung am Freitag weitere Informationen zu seinem Sanierungskonzept zugesagt. Nach dem Treffen mit Spitzenvertretern der Mutterkonzerns GM und des Opel-Managements im Bundeskanzleramt sagte Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg: „Wir hatten ein offenes, gutes und konstruktives Gespräch mit der General-Motors-Spitze“. General Motors habe aus seiner Sicht verstanden, dass es noch eine ganze Anzahl von offenen Fragen gebe.

GM-Europachef Carl-Peter Forster erklärte, es handele sich um technische, nicht um politische Fragen. Nach Informationen des Handelsblatts aus Konzernkreisen hat das Top-Management von Opel und GM beim Treffen im Kanzleramt Entgegenkommen signalisiert. „Wir werden die Flexibilität ermöglichen, die die Politik braucht“, sagte ein GM-Manager, der namentlich nicht genannt werden wollte.

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