Autobauer ordnet Europageschäft neu
General Motors strafft die Zügel

General Motors (GM) räumt bei der seit Jahren defizitären Adam Opel AG auf. Der bisherige Opel-Chef Carl-Peter Forster wechselt in die Europa-Zentrale des weltgrößten Autobauers, die auch einen Großteil der Zuständigkeiten von der Tochter übernimmt.

HB FRANKFURT. GM teilte am Freitag mit, er werde die Autobauer Opel, Saab und Vauxhall künftig aus der Zentrale in Zürich leiten, dabei aber in Europa weder Standorte schließen noch Stellen abbauen. „Wir werden eine einzige Unternehmenskultur für ganz Europa entwickeln, alle Töchter von GM Europe werden an einem Strang ziehen“, sagte GM-Chef Rick Wagoner. Die drei Töchter sollen nicht mehr eigenständig für Schlüsselaufgaben wie Finanzen, Konstruktion, Einkauf, Fertigung, Marketing und Planung verantwortlich sein, wie GM Europe mitteilte. Zudem werde es in Zürich ein europäisches Design-Team geben, das für alle drei Marken arbeiten soll. Schlanke Prozesse sollen höhere Effizienz und weiteres Wachstum der Marken ermöglichen.

Im Zuge des Umbaus soll Opel-Chef Carl-Peter Forster als zweiter Mann nach GME-Chef Fritz Henderson in die Europazentrale wechseln. Zudem werde Forster den Vorsitz im Opel-Aufsichtsrat übernehmen. In Rüsselsheim soll Opel-Entwicklungsvorstand Hans Demant Forsters Nachfolge antreten.

„Die heute angekündigten Veränderungen bedeuten nicht, dass wir uns gesund schrumpfen oder die Individualität unser Marken verwässern“, sagte Bob Lutz, der bei GME für die Produktion zuständig ist und in den vergangenen Monaten als Interimspräsident von GME tätig war. Lutz gilt als einer der Architekten der Umbaupläne, mit denen GM sein Europageschäft wieder profitabel machen will. Seit vier Jahren schreibt der US-Konzern in Europa rote Zahlen. Zuletzt hatte GM auch das Ziel aufgegeben, dieses Jahr in die Gewinnzone zurückkehren zu können.

Mit dem Umbau sollen nun Entscheidungen beschleunigt und die Organisation effizienter werden, wobei gleichzeitig die Marktanteile steigen sollen. Im Kern sieht es so aus, dass Fahrzeuge ähnlicher Klassen gemeinsame Komponentensätze - so genannte Architekuren - haben wie etwa Bremsen und Lenksysteme. Vorreiter soll dabei das Opel-Werk in Rüsselsheim sein, das die Basis und die gemeinsamen Komponenten der Epsilon-Architektur entwickeln soll.

Das Europageschäft von GM schreibt seit vier Jahren rote Zahlen und hatte auch im ersten Quartal 2004 wieder einen Verlust von 116 Mill. $ angehäuft. „Wir können es uns nicht leisten, dieselben Arbeiten an verschiedenen Orten doppelt zu verrichten“, sagte Forster. Er wird künftig als zweiter Mann in Zürich die Geschicke der Marken lenken. Zugleich wird Forster zum Vorsitzenden des Aufsichtsrates der Adam Opel AG ernannt und somit weiter für den deutschen Autobauer zuständig sein.

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