Autobauer
Porsche dementiert Kapitalknappheit

Der Stuttgarter Sportwagenbauer Porsche hat einen Magazinbericht über eine drohende Kapitalknappheit: „Das bestreite ich entschieden“, sagte Porsche-Sprecher Anton Hunger. Ob die Suche nach Investoren weitergeht, bleibt offen.

HB STUTTGART. Der Stuttgarter Sportwagenbauer Porsche hat einen Magazinbericht über eine drohende Kapitalknappheit dementiert. „Das bestreite ich entschieden“, sagte Porsche-Sprecher Anton Hunger am Mittwoch in Stuttgart. „Unsere Finanzierungsprobleme sind nicht größer als bisher bekannt.“

Mit dem Porsche-Autogeschäft werde Porsche im laufenden Jahr mehr verdienen als die Zinsausgaben erforderten. Porsche hatte vor wenigen Wochen einen Zehn-Milliarden-Kredit verlängert und will sich von den Banken noch weitere 2,5 Mrd. Euro borgen.

Das „Manager Magazin“ hatte am Mittwoch vorab aus seiner neuen Ausgabe berichtet, Porsche stecke in größeren Finanzproblemen als bisher angenommen. Die Eigentümerfamilien Piëch und Porsche könnten die VW-Übernahme anscheinend nicht mehr aus eigener Kraft stemmen, berichtete das Magazin unter Berufung auf Personen im Porsche-Aufsichtsrat. Es liefen Gespräche mit Investoren aus dem arabischen Raum. Dazu gab Hunger keinen Kommentar ab. Zudem sollten Porsche und VW zu einer neuen Holding verschmolzen werden.

Die mit Milliardenaufwand erkaufte Anteilsmehrheit von Porsche an VW wäre damit passe. Außerdem wackele der Stuhl von Porsche-Finanzchef Holger Härter, berichtete das Magazin weiter. „Die Familien (Porsche und Piech) sind von ihm enttäuscht“, zitierte das Magazin einen Wegbegleiter Härters.

Porsche-Sprecher Hunger sagte, der Bericht sei „rufschädigend“. Erst am Dienstag hatte Porsche einen Zeitungsbericht dementiert, wonach Vorstandschef Wendelin Wiedeking das Vertrauen der Eigentümerfamilien Porsche und Piëch verloren habe, die allein die stimmberechtigten Aktien des hochrentablen Sportwagenbauers halten.

An der Börse rutschten die Porsche-Vorzüge nach den Nachrichten um zwischenzeitlich knapp zwei Prozent ab.

Porsche hat in den vergangenen Monaten schwierige Kreditverhandlungen hinter sich gebracht, um einen auslaufenden Kredit zu erneuern und seine mittelfristige Finanzierung sicherzustellen. Für die frischen Mittel muss Porsche Finanzkreisen zufolge hohe Zinsen berappen und VW-Aktien als Sicherheit hinterlegen. Um in Kürze eine Anleihe zu begeben, will Porsche erstmals Bonitätsnoten von den Ratingagenturen einholen. Porsche hält derzeit rund 51 Prozent an VW und will so schnell wie möglich über Optionsgeschäfte auf 75 Prozent aufstocken, um den bereits voll konsolidierten Wolfsburger Konzern zu beherrschen und Zugriff auf dessen flüssige Mittel zu bekommen.

Volkswagen steht nach Einschätzung von Credit-Suisse-Analyst Arndt Ellinghorst finanziell besser da als Haupteigner Porsche. Die von Porsche angestrebte Übernahme von 75 Prozent an VW sei angesichts der finanziellen Belastung der Stuttgarter „undurchführbar“, sagte der Analyst. Er schlägt deshalb vor, dass VW das Autogeschäft von Porsche übernimmt. Im Endeffekt würde die Porsche Holding als schuldenfreie Obergesellschaft dann VW und das Porsche-Fahrzeuggeschäft kontrollieren.

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