"Wir hätten uns eine faire, realistische und zeitlich umsetzbare Regelung gewünscht", heißt es bei Volkswagen.
Die Wolfsburger sehen die Innovationsfähigkeit der deutschen Automobilhersteller "gravierend beeinträchtigt". Das Unternehmen begrüßte zwar die von der EU angekündigte vierjährige Übergangszeit für Strafen, die bei Überschreitungen der CO2-Grenzwert fällig werden sollen. Im Hinblick auf Entwicklungszeiten sei die Frist aber "nicht wirklich viel", sagte die Sprecherin. Ein Opel -Sprecher
sagte, auch der Volumenhersteller werde gefordert sein.
Umweltkommissar Dimas sagte, die Richtlinie solle die Autoindustrie zu Investitionen in umweltfreundliche Technologien ermutigen. Auch soll möglich sein, dass sich ein Hersteller großer, schwere Autos mit einem Kleinwagenhersteller zusammentut, um den Grenzwert gemeinsam einzuhalten.
Daimler und Porsche
verwiesen auf den Verband der Automobilindustrie (VDA). "Wir werden diese Empfehlung in Ruhe prüfen", sagte ein Sprecher des von den neuen Klimaschutzzielen der EU besonders betroffenen Sportwagenherstellers. Die hochmotorisierten Porsche
-Modelle stoßen im Schnitt rund 300 Gramm Kohlendioxid (CO2) pro Kilometer aus.
Die deutschen Hersteller hatten sich Dienstagabend auf eine gemeinsame Linie verständigt, die der VDA vertreten soll. "Der Dimas-Barroso-Vorschlag ist lediglich die erste Etappe auf einem Marathonlauf bis zur endgültigen Regulierung. Jetzt geht es darum, diesen Vorschlag im Europäischen Parlament und im Rat grundlegend zu verbessern, so dass die CO2-Minderungsvorgaben wettbewerbsneutral, ausgewogen und klimaeffizient gestaltet werden", sagte VDA-Präsident Wissmann. Das eigentliche Tauziehen hinter den Kulissen setze jetzt erst ein, sagte ein Manager eines süddeutschen Autoherstellers dem Handelsblatt.
Vor allem Deutschland und Frankreich kämpften schon im Vorfeld dafür, dass ihre Autobauer nicht zu schlecht wegkommen. Die deutschen Hersteller BMW,
Daimler und Porsche
sind auf große und luxuriöse Wagen mit relativ hohen Emissionen spezialisiert, während die französischen Konkurrenten mit Peugeot
und Renault
ihren Schwerpunkt bei kleineren Autos haben. Das Gesetz soll dazu beitragen, die ehrgeizigen Ziele der EU zum Klimaschutz zu erreichen. Von Kraftfahrzeugen gingen zwölf Prozent der gesamten Emissionen in der EU aus, erklärte die Kommission weiter. Dieser Ausstoß an CO2 werde durch die neuen Vorschriften um 19 Prozent gesenkt.

