Autobauer
Reithofer trimmt BMW auf Rendite

BMW-Chef Norbert Reithofer hat eine strategische Neuausrichtung des Konzerns hin zu mehr Profitabilität angekündigt. Zugleich stellte BMW eine neue Modelloffensive in Aussicht. Der Konzern geht sogar das Risiko ein, die Marke Mini zu überdehnen. Auf der Vorstandsebene spielt man unterdessen Bäumchen-Wechsel-Dich – und für die Anleger hält BMW ein Schmankerl bereit.

HB MÜNCHEN. Die Kapitalrendite (ROCE) in der Automobilsparte soll ab 2012 auf 26 von zuletzt 21,7 Prozent steigen, teilte der Konzern am Donnerstag in München mit. Für die operative Umsatzrendite (Ebit-Marge) ergebe sich damit eine Bandbreite von acht bis zehn Prozent. BMW setzt sich zudem neue Absatzziele: Die Zahl der verkauften Fahrzeuge soll mit Hilfe weiterer neuer Modelle bis 2012 auf mehr als 1,8 Mill. steigen und bis 2020 auf deutlich über zwei Mill. Autos zulegen von 1,37 Mill. im Jahr 2006. Eine neue Marke neben BMW, Mini und Rolls-Royce werde es aber nicht geben.

Der Konzern unter Leitung von Norbert Reithofer baut zudem seinen Vorstand um: Finanzchef Stefan Krause tauscht seinen Posten mit dem bisherigen Vertriebsvorstand Michael Ganal. Zudem werden zwei zusätzliche Ressorts für Konzern- und Markenentwicklung und für Einkauf und Lieferanten-Netzwerk eingerichtet.

Mit Senkung der Entwicklungs-, Produktions-, Vertriebs- und Verwaltungskosten und höheren Umsatz- und Ergebnisbeiträgen je Fahrzeug will BMW bis 2012 rund sechs Mrd. Euro einsparen. Bis dahin werde auch die Investitionsquote abgesenkt, hieß es in der Mitteilung weiter. Um sich besser gegen Währungsrisiken abzusichern, will BMW das so genannte Natural Hedging sowie den Einkauf im US-Dollarraum ausbauen. 2006 hatten die Auswirkungen des starken Euro mit 666 Mill. Euro zu Buche geschlagen.

Die Aktionäre will BMW künftig stärker am Unternehmenserfolg beteiligen. Für 2007 ist eine höhere Dividende geplant. Für 2006 wurden 70 Cent je Aktie ausgeschüttet. Der Konzern hält sich zudem eine Option für einen Aktienrückkauf offen. Diese stehe aber in den kommenden zwölf Monaten nicht auf der Tagesordnung, hieß es.

Näheres wollte Reithofer am Donnerstagnachmittag der Presse vorstellen. Laut einem Bericht des Finanzmagazins „Capital“ plant der Münchner Autobauer sowohl einen neuen BMW-Kleinwagen unterhalb der 1er Reihe als auch einen neuen „Super-Sportwagen“. Durch die Einführung mehrerer neuer hochpreisiger Modelle solle ein höherer Gewinn und Umsatz pro Fahrzeug erzielt werden. Dazu gehörten ein neuer größerer Kombi auf 5er-Basis, der bereits bei der IAA als Studie präsentierte X6 und ein neuer kleiner Rolls-Royce sowie die anstehenden Neuauflagen der 5er- und 7er-Reihe.

Um den Absatz weiter nach oben zu treiben, plane der Autobauer zudem neben einem kleinen sportlichen Geländewagen X1 einen neuen Kleinwagen namens BMW City. Vom Mini, dessen Kombiversion kürzlich vorgestellt worden war, solle es auch einen Geländewagen geben.

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