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Saab-Eigner stellen Sanierungsplan vor

Was wird aus Saab? Der wirtschaftlich schwer angeschlagene Autobauer steht vor einer ungewissen Zukunft. Seit Mai ruht die Produktion. Nun haben die Eigner einen ersten Plan für die finanzielle Sanierung ausgearbeitet.
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Saab hatte im Mai die Produktion in Trollhättan wegen Liquiditätsproblemen gestoppt. Quelle: dapd

Saab hatte im Mai die Produktion in Trollhättan wegen Liquiditätsproblemen gestoppt.

(Foto: dapd)

TrollhättanDen Gläubigern des schwer angeschlagenen Autobauers Saab liegt ein vorläufiger Plan für die Sanierung des Unternehmens vor. Danach wollen die Saab-Eigner vorrangig versuchen, Verhandlungen mit zwei asiatischen Autobauern über die Zukunft des Unternehmens abzuschließen, teilte das chinesische Konsortium National Electric Vehicle Sweden (Nevs) mit. Dabei seien vergangene Woche Fortschritte erzielt worden. Alternativ könnte der Autobauer künftig als Vertragspartner für andere Fahrzeughersteller arbeiten.

Saab schuldet seinen Lieferanten rund 400 Millionen schwedische Kronen (knapp 44 Millionen Euro). Weil die Produktion im schwedischen Trollhättan seit Mai still steht, mussten bereits 155 der rund 550 Mitarbeiter gehen. Ein schwedisches Gericht hatte im August ein Sanierungsverfahren unter Gläubigerschutz genehmigt. Am 8. Oktober will Nevs seinen endgültigen Sanierungsplan vorstellen.

Saab – von der Kultkutsche zum 08 15-Auto
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Der schwedische Konzern Saab mit Hauptsitz in Trollhättan, Südschweden, wurde 1937 ursprünglich zur Herstellung von Militärflugzeugen gegründet. 1947 wurde das Unternehmen um die Auto-Produktionssparte Saab Automobile ergänzt. Aufgrund seines Wissens im Flugzeugbau wurde auch bei den Autos großer Wert auf die Aerodynamik gelegt. Anlehnungen daran finden sich bis heute bei der Gestaltung des Cockpits. Saab erwarb sich rasch den Ruf eines innovativen Unternehmens, der beständig gepflegt wurde und - zumindest bis zur Übernahme durch General Motors - anhielt. Im Juni 1946 stellten die Skandinavier den Prototyp des Saab 92 vor ...

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Neben dem aerodynamischen Design machte sich Saab einen Namen mit aufwändiger Sicherheitstechnik. Der Ur-Saab hatte einen quer eingebauten Zweizylindermotor, Frontantrieb, einen extrem stabilen Sicherheitskäfig und eine Form, die an eine Flugzeugtragfläche erinnert.

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Der Saab 93 wurde 1955 vorgestellt. Zur Ausstattung gehörte ein längs eingebauter 33 PS starker 3-Zylinder-Zweitaktmotor mit 748 cmł Hubraum und ein 3 Gang-Getriebe. Typisch für alle Saab-Modelle war, dass das Zündschloss an der Mittelkonsole angebracht war.

Diese im Gegensatz zu den traditionellen Ausstattungen ungewöhnliche Position diente der Sicherheit. Forschungen hatten ergeben, dass sich bei Unfällen viele Fahrer beim Aufprall auf das harte Zündschloss die Knie zertrümmerten.

Außerdem hatte die Neuplatzierung einen Vorteil in Sachen Diebstahlschutz: Der Zündschlüssel kann nur bei eingelegtem Rückwärtsgang (bei Automatik auf Stellung P) abgezogen werden, das Getriebe ist dann mit einem Stahlbolzen gesperrt.

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Der Saab 96 war ein echter Dauerläufer: Ganze 20 Jahre lang lief der eiförmige Schwede von den Fließbändern. Er wurde von 1960 bis 1980 produziert.

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1979 läutet der schwedische Automobilhersteller mit dem Saab 900 eine neue Ära ein. Auf Grund des Erfolgs folgt 1983 eine Cabrio-Version auf der Frankfurter IAA. Erst 1994 überarbeiten die Schweden ihr Erfolgsmodell komplett und verkauften ein Jahr darauf weltweit 100.000 Modelle des 900 und des 9000. Der Saab 900 Turbo besitzt mittlerweile Kultstatus ...

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Saab gehörte im Jahr 2010 mit einer Produktion von 32.000 Wagen zu den kleinsten Autoherstellern in Europa. Die Beschäftigtenzahl im Stammwerk Trollhättan nördlich von Göteborg hatte sich im Gefolge der chronischen Verluste und ständiger Unterauslastung zu dem Zeitpunkt auf 3.700 Mitarbeiter reduziert.

Die amerikansiche Konzernmutter General Motors (GM) stellte Saab Ende 2008 offiziell zum Verkauf, lange Zeit ohne einen Interessenten zu finden ...

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1990 übernahm der US-Konzern General Motors (GM) 50 Prozent der Anteile sowie die operative Führung. Zehn Jahre später ging auch der Rest der Anteile an den damals größten Autokonzern der Welt. Bis auf eine kurze Phase in den 90er Jahren brachte Saab dem Mutterunternehmen stets Verluste ein.

Saab galt zwar als Auto für Individualisten, fand aber keinen Massenabsatz. Seit acht Jahren verbucht Saab keine Gewinne mehr. 2007 machte das Unternehmen einen operativen Verlust von 2,19 Mrd. schwedischen Kronen (201 Mio. Euro). Im Jahr davor waren es nach offiziellen Angaben sogar 267 Mio. Euro. Auch deshalb mussten die Schweden 2005 einen Teil der geplanten Produktion neuer Saab-Modelle an die deutsche GM-Tochter Opel in Rüsselsheim abgeben ...

  • dpa
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