Autobauer
Saab entzieht Opel geplante 9.5er-Produktion

Wohl und Wehe liegen bei den Konzerntöchtern des schwer angeschlagenen US-Autobauers General Motors dicht beieinander: Während Daewoo in Südkorea mit Staatshilfen rechnen darf, hat Saab am Freitag Gläubigerschutz beantragt. Bei Opel geht derweil das Zittern weiter – auch weil zwei neue Hiobsbotschaften publik wurden: Das Unternehmen benötigt zum einen eine deutlich höhere Bürgschaft vom Staat. Zum anderen hat der Schritt von Saab direkte Folgen für das Rüsselsheimer Werk der deutschen GM-Tochter.

RÜSSELSHEIM/TROLLHÄTTAN. Saab-Chef Jan Ake Jonsson kündigte am Freitag im Gespräch mit Handelsblatt.com an, das künftige Spitzenmodell 9.5 solle nicht wie ursprünglich geplant im Rüsselsheimer Werk der deutschen General-Motors-Tochter in die Serienfertigung gehen, sondern im schwedischen Trollhättan. Diese Entscheidung sei Teil des Rekonstruktionsplans. Am Vormittag hatten die Schweden ihren Antrag auf Gläubigerschutz bekanntgegeben. Jonsson sagte Handelsblatt.com zudem, das Unternehmen strebe kein Zusammengehen mit Opel an. Diese Möglichkeit hatten schwedische Medien ins Spiel gebracht.

Bei Opel ging man noch am Freitagmittag davon aus, dass die Serienproduktion des Saab 9.5 ab diesem Sommer gemeinsam mit dem Opel Insignia in Rüsselsheim angesiedelt wird. In dem Werk sei unverändert für April der Start der Vorserienfertigung geplant, hatte ein Unternehmenssprecher auf Anfrage erklärt. Am Nachmittag sagte er konfrontiert mit Jonssons Ankündigung nur noch: "Darüber wird zu reden sein." Erste Prototypen des Saab-Spitzenmodells sind laut dem Opel-Sprecher bereits in Rüsselsheim gebaut worden. Geplant wurde nach Informationen von Handelsblatt.com mit einem Jahresvolumen von mindestens 20 000, möglicherweise sogar bis zu 30 000 Stück.

Die deutsche GM-Tochter braucht angesichts der sich verschärfenden Autokrise eine deutlich höhere Bürgschaft als bisher gedacht. Nach Informationen des Handelsblatts aus Konzernkreisen strebt Opel jetzt einen Bürgschaftsrahmen von 2,6 Mrd. Euro an. Das sei auch eine Reaktion auf die sich verschärfende Autokrise, sagte eine mit der Situation vertraute Person dem Handelsblatt. Insgesamt belaufe sich der Finanzierungsbedarf bis 2011/2012 damit nunmehr auf 3,3 Mrd. Euro, bestätigten die Konzernkreise eine Vorabmeldung des Nachrichtenmagazins Spiegel.

In dieser Summe sei allerdings auch ein möglicher Sanierungsbetrag der Arbeitnehmerseite enthalten, über den Management und Betriebsrat seit Wochen im Rahmen der laufenden Verhandlungen über ein Sparpaket verhandeln. Offiziell bestätigte die Adam Opel GmbH lediglich einen gestiegenen Bürgschaftsbedarf, nannte aber keine Zahlen. Der Finanzierungsbedarf sei aber höher als die beantragte Bürgschaft.

"Nach der ersten Vorstellung der besonderen Lage der Adam Opel GmbH als Tochter von General Motors im November hat sich die für Opel so wichtige Absatzsituation auf großen europäischen Märkten dramatisch verändert", begründete die Tochter des schwer angeschlagenen US-Mutterkonzerns GM den erhöhten Bedarf. Die Auto-Verkäufe auf Märkten wie Spanien seien regelrecht zusammengebrochen. Heute Morgen beantragte die schwedische GM-Tochter Saab Gläubigerschutz.

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