Autobauer
Saab und Volvo brauchen Staatshilfe

Die beiden schwer angeschlagenen US-Autobauer General Motors (GM) und Ford haben die schwedische Regierung um Finanzhilfe für ihre defizitären schwedischen Töchter gebeten. Die schwdische GM-Tochter Saab verhandelt ähnlich wie Opel um eine Bürgschaft.

hst/hz FRANKFURT/STOCKHOLM. In den vergangenen Tagen seien Volvo-Chef Stephen Odell und Saab-Geschäftsführer Jan-Ake Jonsson getrennt voneinander bei der Industrieministerin Maud Olofsson und anderen Politikern vorstellig gewesen. Das erfuhr das Handelsblatt aus GM-Unternehmenskreisen .

Die beiden schwedischen Automobilhersteller Saab und Volvo stehen in „einem intensiven Dialog“ mit der schwedischen Regierung. Angaben, nach denen der Saab-Mutterkonzern General Motors und die Volvo-Mutter Ford direkte Staatshilfe bei der schwedischen Industrieministerin Maud Olufsson beantragt hätten, wies ein Sprecher des Ministeriums gegenüber dem Handelsblatt zurück. „Seit Wochen sprechen beide Seiten miteinander, und wir sind bereit, auf Grundlage bestehender EU-Regeln zu helfen“, sagte der Sprecher.

An gerichtete Staatshilfe sei dabei nicht gedacht. Vielmehr ginge es um Infrastrukturmaßnahmen und Forschungsbeihilfen. Beide schwedischen Autobauer sind schwer unter Druck und mussten in den vergangenen Monaten starke Umsatzeinbußen verkraften. Seit längerem wird deshalb spekuliert, dass sich die Muttergesellschaften von ihren defizitären Töchtern trennen könnten.

Im Konzern heißt es, eine finanzielle Hilfe werde nun im schwedischen Wirtschaftsministerium geprüft. Der Vorstoß sei unabhängig von Ford erfolgt. Bei GM würde es ähnlich wie in Deutschland auch um eine Bürgschaft für die schwedische Tochter Saab gehen. Saab hatte im vergangenen Quartal laut Informationen von hochrangigen Führungskräften des Konzerns allein einen Verlust von rund 300 Mio. Dollar eingefahren. Die Schweden leiden besonders unter ihrem starken Amerikageschäft, mit dem sie derzeit tiefrote Zahlen schreiben.

Ford, GM und Chrysler wollen in der laufenden Woche dem US-Kongress ihre Sanierungspläne vorlegen. Im Gegenzug dürften die Abgeordneten für die erhoffte Staatshilfe von 25 Mrd. Dollar verlangen, dass das Geld nicht in ausländische Tochterunternehmen abfließt. Es wird der Zeitung zufolge erwartet, dass Ford und GM dem Kongress zugestehen, sich langfristig von ihren schwedischen Töchtern zu trennen. In Deutschland erwägt die Bundesregierung, der GM-Tochter Opel eine Bürgschaft in Höhe von einer Milliarde Euro zu gewähren.

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