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Seat: Das schwarze Schaf der VW-Gruppe

Der VW-Tochter Seat geht es schlecht. Als einzige Marke im Volkswagen-Verbund haben die Spanier 2008 rote Zahlen geschrieben. Und eine Prognose für 2009 traut man sich nicht zu. Aber der Chef gibt Hoffnungssignale.

HB BARCELONA. Die spanische VW-Tochter Seat setzt in der Krise auf Flexibilität. Niemand in der Automobilindustrie könne für dieses Jahr eine Prognose abgeben, sagte Seat-Präsident Erich Schmitt am Donnerstag in Martorell bei Barcelona. „Wir fahren bei Seat auf Sicht und passen die Produktion flexibel der Nachfrage an.“ Der Automobilhersteller hoffe darauf, dass die Krise nicht allzu lange anhalten werde. „Das Automobil ist kein Auslaufmodell. Die Märkte werden wieder anziehen, und darauf bereiten wir uns vor“, betonte der Seat-Chef zur Vorlage der Jahresbilanz.

Seat hatte 2008 als einzige VW-Tochter einen Verlust von 78 Mio. Euro verzeichnet. Im Vorjahr hatte das Unternehmen einen Gewinn von acht Mio. Euro erzielt. Seat verkaufte im vorigen Jahr 368 000 Autos, 14,6 Prozent weniger als 2007. Der Umsatz ging um 13,5 Prozent auf 4,8 Mrd. Euros zurück. „Wir waren im ersten Halbjahr 2008 auf Wachstumskurs. Aber dann brachen wichtige Märkte um bis zu 50 Prozent ein“, sagte Schmitt.

Die VW-Tochter habe trotz der Krise ihre Marktanteile halten und in einigen Ländern sogar ausbauen können. In Ländern wie Österreich, Portugal und Belgien seien die Anteile am Automarkt auf historische Höchststände gestiegen. „Wir setzen trotz der Krise auf die Zukunft und haben die Investitionen um 20 Prozent erhöht“, sagte der Seat-Chef. Das Unternehmen habe 2008 mit 478 Mio. Euro den höchsten Betrag der vergangenen 15 Jahre investiert.

Seat werde in nächster Zeit fast jeden Monat ein neues Modell auf den Markt bringen. „Damit werden wir innerhalb eines Jahres unser Sortiment neu gestaltet haben.“ Mit dem Exeo, der auf dem Chassis des Audi A-4 basiert, wolle Seat in das Marktsegment der Mittelklassewagen vordringen. Nach spanischem Bilanzrecht erwirtschaftete Seat 2008 einen Gewinn von 44 Mio. Euro nach Steuern, 74 Prozent weniger als im Vorjahr. In diesem Betrag sind Sondereinnahmen - vor allem aus Dividenden - berücksichtigt.

Die Seat-Beschäftigten erklärten sich zur Sicherung ihrer Arbeitsplätze zu Gehaltseinschränkungen bereit. In einer Abstimmung sprachen sich 65,5 Prozent der Belegschaft für einen solchen Schritt aus, wie Betriebsrat Matías Carnero mitteilte. Dagegen votierten 31,1 Prozent. Mit der Entscheidung wollen die Mitarbeiter die Chance wahren, dass im Seat-Werk in Martorell in Zukunft der Audi-Geländewagen Q3 montiert wird. Der von der Gewerkschaft UGT vorgeschlagene Kompromiss sieht unter anderem vor, dass die Löhne der rund 13 000 Mitarbeiter in diesem Jahr eingefroren werden.

Bei Seat könnten durch die Montage des Audi Q3 etwa 1500 Arbeitsplätze gerettet werden. Seat-Chef Schmitt wies jedoch darauf hin, dass sich auch andere Standorte um das Projekt bewerben und die Entscheidung beim Volkswagen-Konzern liege.

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