Autobauer

Tesla hat ein Luxusproblem

Der Elektrofahrzeug-Pionier Tesla verkauft weit mehr Fahrzeuge als erwartet. Doch für schwarze Zahlen reicht es noch nicht. Denn Konzernchef Elon Musk kämpft weiterhin mit hohen Kosten.

230 Millionen Dollar Verlust: Warum stört das die Anleger nicht?

230 Millionen Dollar Verlust: Warum stört das die Anleger nicht?

San FranciscoDa schien der Gründer selbst einmal sprachlos zu sein. Traditionell lässt Elon Musk keine Gelegenheit aus, Wohl und Wehe seiner Firma Tesla Motors online zu kommentieren. Diesmal blieb sein sonst so geschwätziger Twitter-Account stumm. Vielleicht hat der Anstieg um fast acht Prozent, den die Tesla- Aktie nach Bekanntgabe der aktuellen Quartalsergebnisse absolvierte, selbst den für seine Großspurigkeit bekannten 44-Jährigen in Erstaunen versetzt.

Musk konnte im dritten Quartal 11.603 seiner Karossen absetzen, das war mehr als erwartet. Auch die Prognosen für das vierte Quartal liegen mit 17.000 bis 19.000 Fahrzeugen höher. Der Umsatz blieb mit 1,24 Milliarden Dollar (1,13 Milliarden Euro) stabil. Einziges Problem: Tesla schreibt nach wie vor rote Zahlen.

Die Verluste kletterten von 74,7 Millionen Dollar im Vorjahresquartal auf nun 230 Millionen Dollar. Hintergrund dafür sind Investitionen in die Einführung des neuen Model X und die Entwicklung des Model 3.

Die Investoren mussten jedoch mit einer schlimmeren Bilanz gerechnet haben. Sie bewerteten die Tesla-Zahlen positiv. Nach Ende der Präsentation rauschte die Aktie um 7,8 Prozent in die Höhe, nachdem sie tags zuvor um 2,5 Prozent gefallen war. Die Anleger seien erleichtert darüber, dass die Bestellungen des neuen Model X nicht zulasten der bereits seit längerem verkauften Oberklassenlimousine Model S gingen, sagte Ivan Feinseth vom Investment- und Brokerhaus Tigress Financial Partners der Nachrichtenagentur Reuters.

Musk kämpft weiter mit einem Luxus-Problem. In den Villen-Vororten von Silicon Valley sind seine Edel-Fahrzeuge regelmäßig anzutreffen. Den bislang nicht geglückten Eintritt in den lukrativen Massenmarkt strebt das Unternehmen mit Stammsitz in Palo Alto nun mit dem günstigeren Model 3 an, das ab März 2016 für 35.000 Dollar zu haben sein soll.

Um die Preise für seine Autos zu senken, baut der Unternehmer in Reno, Nevada, derzeit eine Produktionsstätte für Lithium-Ionen-Batterien. Er will die modernen Energiespeicher günstiger produzieren, die derzeit im Tesla mit um die 30.000 Dollar pro Stück einen der höchsten Kostenfaktoren darstellen. Ein Großteil von Teslas Ausgaben, 392 Millionen Dollar allein im dritten Quartal, fließt in diesen Plan.

Ein Leben unter Strom
Geboren in Südafrika
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Musk wurde 1971 geboren und verbrachte seine Kindheit und Jugend in Pretoria, Südafrika, bis er im Alter von 17 Jahren über Kanada in die USA auswanderte. Mutter Maye arbeitete als Fotomodell, Vater Errol als Ingenieur.

Zerwürfnis mit dem Vater
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Nach der Scheidung der Eltern zog der junge Elon zum Vater, wo er laut eigener Angaben eine „harte Kindheit” verlebte. Bis heute verhindert Musk, dass der Vater seine Enkel kennenlernt.

„Ein Nein ist für ihn keine Antwort”
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Der private Musk ist so hartnäckig wie der Unternehmer. Ex-Frau Justine umwarb er kurz nach dem Kennenlernen an der Universität heftig. „Man wusste immer, dass Elon dran war, weil das Telefon nie aufhörte zu klingeln. Ein Nein ist für diesen Mann keine Antwort.”

Pendeln im Privatjet
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Seine fünf Söhne, Zwillinge und Drillinge, sieht Musk an vier Tagen in der Woche. Er pendelt mit seinem Privatjet zwischen den Standorten seiner Firmen Tesla in Palo Alto und SpaceX in Los Angeles hin und her.

Feierbiest
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Zu einem seiner letzten Geburtstage lud Musk 50 Gäste in ein Schloss bei New York ein. Das Motiv dieser Party beschreibt der Biograph als „eine Mischung aus Korsetten, Leder und Maschinenanbetung”. Musk kam als Samurai.

Ehe nicht von Dauer
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Als er Schauspielerin Talulah Riley, seine zweite Ehefrau, kennenlernte, war Musk 36 Jahre alt, sie 22. Für ihren Mann organisierte die Britin ausschweifende Parties. Nun lässt sich das Paar wieder scheiden.

Wieder zu vergeben
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St„Ich muss eine Freundin finden“, gesteht Musk seinem Biografen. „Deshalb muss ich ein kleines bisschen mehr Zeit freimachen. Vielleicht sogar fünf oder zehn Stunden – wie viel Zeit pro Woche möchte eine Frau haben?“

Auch wenn die finanziellen Erfolge bislang noch ausbleiben, schaut doch die ganze Branche auf Unternehmer Musk. Jeder Gründer zwischen San Francisco und Mountain View will sein wie der 44-Jährige, der sein Vermögen mit Paypal machte und das Geld dann weiter investierte.

In das Raumfahrtunternehmen SpaceX steckte Musk 100 Millionen Dollar, in Tesla Motors 70 Millionen und 30 Millionen in SolarCity. Die größte Bewunderung wird ihm zuteil, weil er es gleichzeitig mit mehreren Gegnern aufnimmt und die Autoindustrie ebenso attackiert wie Luftfahrt- und Energieunternehmen.

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