Autobauer
Toyota erwartet historischen Verlust

Es ist ein historischer Tag für Toyota: Zum ersten Mal präsentiert man sich bei einer Bilanz-Pressekonferenz als größter Autobauer der Welt. Und zum ersten Mal schreibt man Verluste. Außerdem hat Toyota seine Jahresprognose wegen weltweit sinkender Absatzzahlen das zweite Mal binnen sieben Wochen kräftig zurückgeschraubt.

HB NAGOYA. Der weltgrößte Autobauer Toyota wird wegen der globalen Wirtschaftsflaute den ersten operativen Verlust in seiner Firmengeschichte einfahren. Das Unternehmen stehe vor einer beispiellosen Notlage, teilte der japanische Konzern am Montag mit. Für das Geschäftsjahr bis Ende März rechnet Toyota nun mit einem Minus von umgerechnet rund 1,2 Mrd. Euro. Das ist bereits die zweite Rücknahme Prognosesenkung innerhalb von sieben Wochen. Als Grund gab Toyota den ungebrochen starken weltweiten Absatzrückgang und die Stärke des Yen an. Im Vorjahr war noch ein Rekordgewinn von etwa 17,8 Mrd. Euro erzielt worden. Toyota hat seit der ersten Veröffentlichung seiner Bilanzzahlen im Jahr 1940 noch nie einen Verlust im operativen Geschäft verbucht.

Der Überschuss werde mit umgerechnet rund 396 Mio. Euro gut vier Mrd. Euro geringer ausfallen als zuvor erwartet. Toyota erwartet für die kommenden Monate keine Besserung auf dem Automarkt. Man müsse sich darauf einstellen, dass das schlechte Marktumfeld anhält und sich möglicherweise noch verschlechtere. Weltweit rechnet Toyota für 2008/2009 nur noch mit dem Verkauf von 7,54 Mio. Fahrzeugen, 8,5 Prozent weniger als bei der letzten Prognose. In Nordamerika, dem wichtigsten Markt des Unternehmens, werde der Absatz auf 2,17 Mio. Einheiten nach zuvor erwarteten 2,42 Mio. Einheiten zurückgehen. „Dies ist sehr, sehr, sehr schlecht“, sagte der Analyst Koichi Ogawa von Daiwa SB Investments. „Es besteht die Möglichkeit, dass das Unternehmen auch im kommenden Jahr rote Zahlen schreiben muss.“

Als Konsequenz kündigte Toyota an, die Investitionsausgaben im nächsten Geschäftsjahr auf unter etwa 7,8 Mrd. Euro drücken zu wollen. Zudem sollen die Fixkosten um zehn Prozent gesenkt werden und die Bonus-Zahlungen für das gehobene Management für dieses Geschäftsjahr gestrichen werden. Pläne zur Entlassung von fest angestellten Mitarbeitern gebe es allerdings nicht. Auch über die Dividendenpolitik sei noch keine Entscheidung getroffen worden. Medien berichteten zuvor, dass Toyota die Streichung der Dividende erwäge.

Der Konzern zeigte sich aber optimistisch, im kommenden Jahr in die Gewinnzone zurückkehren zu können. Berechnungen seien aber noch keine vorgenommen worden. Die Ratingagentur Moody's prüfte unterdessen die Herabstufung ihrer Bewertung für Toyota.

Toyota war lange Zeit einer der weltweit am schnellsten wachsenden Autobauer und hatte seine Produktionskapazitäten stetig erhöht. Dies macht sich nun allerdings angesichts der weltweit sinkenden Nachfrage, der Finanzkrise und der Kreditklemme negativ bemerkbar.

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