Autobauer
Toyota muss Prognose korrigieren

Dank so mancher Rückrufaktion hat der Vertrauen in die Autos von Toyota stark gelitten. Nun ist auch das Vertrauen in die Prognosen des Managements endgültig erschüttert. Toyota hat seine Jahresprognose erneut nach unten revidiert. Schuld sind „natürlich“ externe Faktoren.
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HB TOKIO. Der weltgrößte Autobauer Toyota hat Abstand von seinen Gewinnzielen genommen. Angesichts des starken Anstiegs des Yen und der unsicheren US-Wirtschaftslage sei es fraglich, ob das Unternehmen die erhoffte Ergebniserholung verwirklichen könne, sagte Vizepräsident Yukitoshi Funo zu Journalisten am Freitag. „Das anfängliche Szenario war, dass in diesem Geschäftsjahr die Talsohle erreicht wird, weil wir drei Jahre in Folge mit Verlusten vermeiden wollten“, sagte er. „Aber ich denke nicht mehr, dass wir mit einer linearen Verbesserung bis ins nächste Jahr rechnen können.“

Nach dem voraussichtlich zweiten Jahresverlust in Folge hatte Toyota für das kommende Geschäftsjahr ab April 2010 bislang eine Rückkehr in die schwarzen Zahlen angepeilt. Nach den Worten Funos hat der Währungseffekt eine Erholung bei der Fahrzeugproduktion jedoch zunichtegemacht. „Ohne Währungseffekt hätten wir in diesem Jahr vielleicht besser abgeschnitten als erwartet“, sagte er.

Derweil wurde heute bekannt, dass bei Toyota Motorsport in Köln nach dem Formel- 1-Ausstieg des japanischen Autobauers 500 von insgesamt 650 Stellen wegfallen. Bereits zum 30. November sei 500 Mitarbeitern gekündigt worden, sagte Marketingleiter Andy Fuchs am Freitag: „Das Unternehmen wird aber bleiben und mit drei Standbeinen fortgeführt.“ Das technische Zentrum in Köln-Marsdorf sei mit Hightech-Prüfständen und zwei Windkanälen zu Aerodynamik-Tests weltweit einzigartig.

Anfang November hatte der Toyota-Konzern angekündigt, angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage aus der Formel 1 auszusteigen. Für die Mitarbeiter in Köln sei das völlig überraschend gekommen und „wie eine Bombe eingeschlagen“, sagte Fuchs, der auch Pressechef ist. Die Beschäftigten aus über 30 Ländern - vor allem Spezialisten wie Ingenieure oder Mechaniker - sind für die komplette Entwicklung und Produktion der Toyota-Rennwagen zuständig.

Neben dem technischen Entwicklungszentrum soll als zweite Säule die sportliche „Veredelung“ von Toyota- und Lexus-Modellen hinzukommen. „Das wird in kleineren Mengen heute schon gemacht und soll erheblich ausgeweitet werden“, erklärte Fuchs. Ein dritter, kleinerer Bereich werde die Herstellung von Fahrzeugen für den Breiten-Motorsport in Kleinserien sein. Unter welchem Namen das Unternehmen künftig geführt wird und wie das Geschäftsmodell im Detail aussehen wird, soll bis März 2010 feststehen.

Außer den 650 Festangestellten von Toyota Motorsport sind weitere gut 150 Beschäftigte vom Formel-1-Rückzug betroffen. Dabei handelt es sich überwiegend um Mitarbeiter mit befristeten Verträgen oder um freie Mitarbeiter. Für die 500 gekündigten Festangestellten ist in den meisten Fällen im Frühjahr oder Sommer 2010 Schluss. Das europäische Toyota-Team war vor 30 Jahren von Brüssel nach Köln umgezogen und mit dem Einstieg in die Formel 1 kräftig aufgestockt worden. Die Japaner waren seit 2002 mit einem eigenen Team in der „Königsklasse“ vertreten.

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