Autobauer übertrifft Erwartungen

BMW trumpft mit Gewinnsprung auf

BMW hat im abgelaufenen Quartal seinen Vorsteuergewinn um fast 14 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro gesteigert und damit die Erwartungen am Markt klar übertroffen. Doch bei der Rendite fällt BMW gegenüber Mercedes zurück.
Update: 04.11.2016 - 09:21 Uhr Kommentieren
Der Autobauer hat seinen Quartalsgewinn deutlich gesteigert. Quelle: dpa
BMW

Der Autobauer hat seinen Quartalsgewinn deutlich gesteigert.

(Foto: dpa)

MünchenHohe Kosten für den Ausbau der Elektromobilität sowie schlechtere Geschäfte im wichtigen Absatzmarkt USA haben bei BMW den Gewinn im Kerngeschäft gedrückt. In der Sparte Automobile schrumpfte das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) im dritten Quartal um 3,9 Prozent auf 1,84 Milliarden Euro, wie der Münchner Autobauer am Freitag mitteilte.

Weil von den drei Marken BMW, Mini und Rolls-Royce so viele Fahrzeuge wie nie verkauft wurden, und deshalb die Erlöse stiegen, blieb weniger Gewinn vom Umsatz hängen. Die Rendite in der Autosparte sackte unerwartet stark auf 8,5 Prozent ab. Damit blieb BMW hinter Konkurrent Daimler, der in seiner Pkw-Sparte mit 11,8 Prozent glänzte und die weiß-blaue Kernmarke auch beim Absatz abhängte.

Audi als dritter Rivale im Kampf um die Führung im Oberklasse-Segment ist dagegen weit abgeschlagen. Die VW-Tochter hatte kürzlich erneut Hunderte Millionen Euro für die Bewältigung des Dieselskandals zurückgestellt. Die operative Rendite der Ingolstädter lag im dritten Quartal bei 4,6 Prozent.

BMW verkaufte zuletzt in den USA weniger Fahrzeuge. Der zweitgrößte Pkw-Markt der Welt nach China schwächelt, die Hersteller reagieren mit Preisnachlässen. Das wiederum lastet auf der Rendite. Bei BMW liefen im dritten Quartal die Geschäfte in China wieder besser. Zudem sorgten höhere Finanzergebnisse dafür, dass die Münchner auf Konzernebene überraschend viel Gewinn einfuhren. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) zog auf 2,575 Milliarden Euro an, das sind 13,8 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Auch unterm Strich übertraf BMW die Erwartungen: Der Nettogewinn kletterte um 15,3 Prozent auf 1,821 Milliarden Euro.

Das sind die Bestseller von BMW
Platz 10 - Mini Countryman - 68.301 verkaufte Fahrzeuge*
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Den Auftakt in der Reihe der zehn Bestseller von BMW macht der Crossover der kleinen Schwester. Der Absatz des Countryman ist zwar um 22,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr eingebrochen. Das reicht aber noch für die Top Ten.

*Stand: Gesamtjahr 2016, Quelle: BMW Geschäftsbericht

Platz 9 - BMW 4er - 133.272 verkauft Fahrzeuge
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Den Auftakt in der Reihe der BMW-Modelle macht dieses Mittelklassefahrzeuge Der Absatz ist zwar um 12,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr eingebrochen. Das reicht aber noch für Platz neun.

Platz 8 - BMW X3 - 157.017 verkaufte Fahrzeuge
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Die Konkurrenz im Segment der kompakten SUVs wird immer enger. Der Bestseller konnte aber seinen Absatzknick aus dem Vorjahr ausbügeln – die Verkäufe legten wieder um 13,9 Prozent zu.

Platz 7 - BMW X5 - 166.219 verkaufte Fahrzeuge
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Der dritte Generation des SUVs bleibt ein Verkaufserfolg. Im vergangenen Jahr sank der Absatz des Modells jedoch leicht um ein Prozent.

Platz 6 - BMW 1er - 176.032 verkaufte Fahrzeuge
5 von 10

Beim Kleinen wagen die Münchener bald den Tabubruch. Das aktuelle Facelift ist der letzte mit Heckantrieb. Der Absatz sank 2016 aber um gut drei Prozent.

Platz 5 - BMW 2er - 196.183 verkaufte Fahrzeuge
6 von 10

In der Nomenklatur der Münchener ist der 2er eine der jüngsten Modellreihen. Das Coupé ging im März 2014 an den Start. Nach dem starken Start legen auch 2016 die Verkaufszahlen erneut um ein Viertel zu.

Platz 4 - Mini Cooper - 198.373 verkaufte Fahrzeuge
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Egal welche Generation - der britische Klassiker hat sich längst zu einem der Bestseller der Münchener entwickelt. Nach einem starken Sprung 2015 ließen in diesem Jahr aber die Verkäufe wieder um rund zehn Prozent nach.

Dieser Rekordgewinn sei „die Basis, um unsere Strategie weiterhin konsequent umzusetzen“, sagte Vorstandschef Harald Krüger, der bei der Elektromobilität mehr Gas geben will. 2019 soll ein rein elektrischer Mini auf den Markt kommen, 2020 ein rein elektrischer Geländewagen X3. Trotz teurer Technik und bislang verhaltener Nachfrage nach batteriebetriebenen Fahrzeugen gilt für die Autosparte ein Renditeziel von acht bis zehn Prozent.

Für 2016 bekräftigte der BMW-Chef die Prognose: „Wir streben 2016 bei den Auslieferungen im Segment Automobile und dem Konzernergebnis vor Steuern leichte Zuwächse auf jeweils neue Bestmarken an.“ Der Konzern mit seinen drei Marken BMW, Mini und Rolls-Royce wolle auch in diesem Jahr der weltweit führende Hersteller von Premiumfahrzeugen bleiben. Betrachtet man die einzelnen Marken, lag zuletzt Mercedes vorn: Daimler lieferte von seiner Oberklasse-Marke in den ersten drei Quartalen weltweit knapp 1,54 Millionen Fahrzeuge aus, BMW rund 1,48 Millionen, Audi fast 1,41 Millionen.

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