Autobauer
VW erwartet 2010 stagnierende Nachfrage

Volkswagen rechnet im kommenden Jahr laut Beschaffungsvorstand Francisco Garcia Sanz mit einem weltweit stagnierenden Pkw-Markt. Darauf will der Konzern mit Einsparungen reagieren. Wie Sanz die Beschäftigung dennoch stabil halten will.

HB HAMBURG. "In unseren aktuellen Planungen für 2010 gehen wir von einem ähnlichen Absatzvolumen des Pkw-Gesamtmarktes aus wie 2009", sagte Beschaffungsvorstand Francisco Garcia Sanz am Mittwoch auf einer Betriebsversammlung in Wolfsburg. Er kündigte weitere Einsparungen bei den Materialkosten an. Die Beschäftigung will der Konzern bei steigender Produktivität unter anderem dadurch stabil halten, dass VW mehr Zulieferteile selbst baut. Bereits im ersten Halbjahr hat der Konzern laut Sanz im großen Stil die Einzelteilproduktion von Lieferanten zurück in eigene Werke geholt, oft habe sich die Hausanfertigung durchgesetzt. Neben der Teile-Produktion will VW auch Dienstleistungen wieder stärker selbst in die Hand nehmen, etwa Computerservices und Lager- und Transportarbeiten.

VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piech dankte der Belegschaft für ihren Einsatz. Die Mitarbeiter hätten in den vergangenen Jahren durch ihre Arbeit dafür gesorgt, dass VW bis heute in der Finanz- und Wirtschaftskrise besser als jeder andere Hersteller abgeschnitten habe, sagte der VW-Patriarch vor den 14 000 Teilnehmern der Betriebsversammlung.

Volkswagen hat sich zum Ziel gesetzt, Weltmarktführer Toyota bis 2018 zu überholen. Zur Jahresmitte trennten die Wolfsburger noch rund 300 000 Einheiten von ihrem japanischen Rivalen, der bis dahin 3,564 Mio. Fahrzeuge weltweit losgeschlagen hat und unter massiven Verkaufsrückgängen leidet.

Die Weltspitze will VW mit Hilfe neuer Produktionsstätten in Russland, Indien und den USA erklimmen. Der Konzern hat in diesem Jahr dank seiner breiten Modellpalette mehr als die Konkurrenz von den Abwrackprämien profitiert und seinen Marktanteil erhöht. Nach dem Auslaufen der staatlichen Hilfen in mehreren europäischen Ländern und den USA setzt Volkswagen auf eine wieder anziehende Nachfrage in anderen Regionen und will den Absatz bei 6,2 Mio. Fahrzeugen stabil halten.

Den Ansporn dazu soll nach dem Willen des Vorstands auch eine stärker an der Leistung orientierte Bezahlung der Beschäftigten geben. Obwohl die Gewerkschaft dies nur als zusätzlichen Anreiz akzeptieren will, zeichnet sich im Tarifstreit eine baldige Einigung ab. "Unser Ziel ist es, am Montag ein Ergebnis zu verhandeln", sagte ein Gewerkschaftssprecher. Die IG Metall rechnet nicht mit dem vor Tarifabschlüssen sonst üblichen Verhandlungsmarathon bis weit in die Nacht. Die Gespräche sollen am Montag in Hannover fortgesetzt werden. Dann könnte bereits in der vierten Verhandlungsrunde ein neuer Tarifvertrag für die mehr als 90 000 Beschäftigten der sechs westdeutschen VW-Werke vereinbart werden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%