Autobauer
VW spielt trotz Absatzeinbruchs auf Angriff

Die Abwrackprämie hat Volkswagen in Deutschland im Februar zu einem Rekordmonat verholfen. Europas größter Autokonzern hat in den ersten beiden Monaten des Jahres 2009 zwar weniger schlecht abgeschnitten als die Wettbewerber, angesichts der dramatischen Krise in wichtigen Märkten insgesamt jedoch einen deutlichen Absatzeinbruch erlitten.

HB WOLFSBURG. Volkswagen richtet sich wegen der desolaten Lage auf den weltweiten Automärkten auf eines der schwierigsten Jahre seiner Unternehmensgeschichte ein. Der Konzern schaltet in den Rückwärtsgang: Der Umsatz werde 2009 unter dem des Vorjahres liegen, sagte Konzernchef Martin Winterkorn am Donnerstag in Wolfsburg.

Steigende Refinanzierungskosten und ein größeres Gewicht von Regionen mit niedriger Gewinnmarge in der Verkaufsstatistik belasteten das Ergebnis. Das hohe Gewinnniveau der Vorjahre werde daher nicht erreicht. Eine konkrete Einschätzung traut sich der Vorstand nicht zu. „Vor uns liegt ein extrem schwieriges Jahr“, sagte Winterkorn lediglich.

Im Gegensatz zu einigen Konkurrenten schließt Europas größter Autobauer allerdings einen Verlust für das laufende Jahr aus. „Wir rechnen mit einem positiven Ergebnis“, betonte Winterkorn. VW sei finanziell gut ausgestattet und könne dank zahlreicher neuer Modelle bereits den Blick auf die Zeit nach der Wirtschaftskrise richten. „Wir bleiben auf der Überholspur - und der Tank ist gut gefüllt. Deshalb sehe ich den Konzern in der Pole Position für die Zeit nach der Krise, wenn die Märkte wieder anziehen.“

VW will die Krise nutzen, um Boden gegenüber Weltmarktführer Toyota gut zu machen, der für sein Ende März endendes Geschäftsjahr einen Milliardenverlust erwartet. „Wir wollen mit dem Unternehmen an die Spitze der Automobilindustrie“, sagte der VW-Chef. Er rechne damit, dass bei einer Konsolidierung in der Autobranche zwei bis drei europäische Hersteller, ein amerikanischer Konzern sowie je ein japanischer und ein chinesischer Autobauer übrig blieben. Als aktiven Aufkäufer sieht er VW dabei allerdings nicht. „Wir haben doch alles“, sagte er.

Bis 2010 will Volkswagen über 20 neue Modelle auf den Markt bringen. Dabei profitiert der Konzern von den unternehmensweit genutzten Modulbaukästen, aus denen sich die einzelnen Marken bedienen. Auch darüber hinaus tritt der Konzern massiv auf die Kostenbremse. Finanzchef Hans Dieter Pötsch kündigte Einsparungen in Milliardenhöhe an. Die Verträge der weltweit über 16 000 Kurzarbeiter werden nicht verlängert.

Bei seiner Stammbelegschaft will VW aber nicht kürzen. Ob es in diesem Jahr erneut Kurzarbeit geben wird, ließ Personalvorstand Horst Neumann offen. „Ich gehe davon aus, dass wir im zweiten Quartal ohne Kurzarbeit auskommen werden“, sagte er allerdings. Bereits in der letzten Februarwoche hatte VW erstmals seit 25 Jahren Zehntausende Beschäftigte in Kurzarbeit geschickt.

Für das erste Quartal schließt der Konzern mit den Pkw-Marken VW, Audi, Skoda, Seat, Bentley, Lamborghini, Bugatti, der VW-Nutzfahrzeugsparte sowie dem schwedischen Lkw-Bauer Scaniaeinen Verlust weiterhin nicht aus. Finanzchef Hans Dieter Pötsch begründete dies erneut damit, dass die nötigen Anpassungen in der Produktion vor allem auf diesen Zeitraum entfielen. Im abgelaufenen Jahr hatte steigerte der Wolfsburger Konzern den Gewinn trotz Wirtschaftsflaute um 13,7 Prozent auf 4,7 Mrd. Euro. Die Dividende soll steigen.

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