Autobauer
VW und Porsche einigen sich auf Zusammenschluss

Volkswagen und Porsche haben sich auf einen Zusammenschluss geeinigt. Beide Aufsichtsräte hätten einer entsprechenden Grundlagenvereinbarung zugestimmt, erklärten die Unternehmen am Donnerstagabend.

HB WOLFSBURG/STUTTGART/HANNOVER. Grünes Licht für das neue Autoimperium: Der Weg für einen VW/Porsche-Konzern ist frei. Nach dem VW-Aufsichtsrat stimmte am Donnerstag auch der Aufsichtsrat von Porsche einer Grundlagenvereinbarung zur Bildung eines integrierten Autokonzerns zu. Das teilte Porsche mit. Im Laufe des Jahres 2011 soll es eine Verschmelzung der Unternehmen geben. Damit ist ein monatelanger Machtkampf endgültig beendet.

Die Vereinbarung sieht vor, dass VW eine Beteiligung von 42 Prozent an der Porsche AG übernimmt. Die Beteiligung erfolge im Wege einer Barkapitalerhöhung mit einem Gesamterlös von voraussichtlich bis zu 3,3 Mrd. Euro auf der Grundlage eines Unternehmenswertes der Porsche AG von 12,4 Mrd. Euro. Bei VW und der Porsche Holding SE soll es Kapitalerhöhungen geben. Das österreichische Autohandelsgeschäft von Porsche soll an VW verkauft werden.

Der grundlegenden Einigung war eine monatelange Übernahmeschlacht vorausgegangen. Erwartet wurde zudem, dass das Emirat Katar als dritter Großaktionär neben den Familien Porsche und Piëch sowie dem Land Niedersachsen bei VW einsteigt. Außerdem sollte die Belegschaft eine Beteiligung erhalten.

Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) bezeichnete die Grundlagenvereinbarung zwischen VW und Porsche als „historisch“. „Diese Allianz hat ein enormes Potenzial - technologisch und wirtschaftlich“, sagte Wulff am Donnerstag in Hannover. „Gemeinsam haben wir das Zeug, das Kraftzentrum der internationalen Automobilindustrie zu bilden.“ Die Lösung sichere die Stärke und Leistungsfähigkeit der Automobilindustrie in Deutschland. Wulff sprach von einem „guten Signal“ für den Industriestandort Deutschland.

Die Aktionärsrechte des Landes bei VW seien dauerhaft gesichert. Für Niedersachsen und die VW-Beschäftigten sei von zentraler Bedeutung, dass die 20-prozentige Sperrminorität bei wichtigen Entscheidungen in der Hauptversammlung dauerhaft gesichert bleibt. Dies sichert dem Land, das knapp über 20 Prozent an VW hält, eine starke Stellung bei VW. Zudem werden zwei Entsenderechte im VW-Aufsichtsrat für das Land in der Satzung dauerhaft verankert. Sitz des integrierten Konzerns sei dauerhaft Wolfsburg.

Entsprechende Beschlüsse sollten bereits auf der nächsten Hauptversammlung gefasst werden. „Damit werden lange streitige Auseinandersetzungen beigelegt.“

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