Autobauer
VW und Porsche mit Plan B für geplante Fusion

Volkswagen und Porsche haben einen Plan B für ihre Fusion: Ende 2012 könnten die Wolfsburger die Porsche AG übernehmen. Allerdings gibt es einen Haken: Diese Variante kostet vor 2014 Steuern.
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Frankfurt/ StuttgartNach dem Rückschlag für die gewünschte Fusion von Volkswagen und Porsche setzen die zwei Autobauer nun auf Plan B. Demnach könnte VW von Ende 2012 an seine Kaufrechte einlösen und die Porsche AG - also nur das operative Sportwagengeschäft des Porsche-Konzerns - komplett unter sein Dach holen, wie Porsche-Chef Matthias Müller am Dienstag auf der Automesse IAA in Frankfurt sagte. Die milliardenschweren Altlasten der Porsche-Dachholding, der Porsche SE, blieben dabei außen vor. Sie hatten den ursprünglichen Plan für eine komplette Fusion der beiden Seiten jüngst platzen lassen.

Nun sei das Einlösen der Kaufrechte für VW - und damit Plan B - der wahrscheinlichste Weg, sagte Müller. Vereinbarungen wie diese heißen in der Branche „Put-/Call“. Müller sagte: „Ich gehe jetzt davon aus, dass diese Put-/Call-Option zum Tragen kommt.“ Auch VW-Chef Martin Winterkorn sagte, dass diese Option nun Rückenwind habe: „Gehen Sie davon aus: Es wird gut werden.“

Diese Optionsverträge legen fest, innerhalb welcher Fristen die Partner ihre Anteile zu welchem Preis übertragen können. Dabei unterscheidet man zwischen dem Recht, Vermögenswerte abzugeben („Put“-Option), und dem Recht, sie endgültig zu übernehmen („Call“-Option). Für VW öffnet sich das Kauffenster Ende 2012. Die Wolfsburger besitzen bereits 49,9 Prozent der Porsche AG und hatten dafür seinerzeit rund 3,9 Milliarden Euro gezahlt.

Hintergrund der schwierigen Partnerschaft ist der gescheiterte Versuch von Porsche, VW zu übernehmen - dabei hatten sich die Schwaben kräftig verhoben und in ihrer Dachholding 11,4 Milliarden Euro Schulden aufgetürmt. Inzwischen herrscht Friede und die beiden Seiten wollen einen „integrierten Automobilkonzern“ mit Porsche als zehnter Marke unter VW-Dach gründen. Doch juristische Streitigkeiten in den USA sowie in Deutschland und die damit verbundenen milliardenhohen Prozessrisiken ließen VW vom heiklen Plan A abrücken.

Doch auch Plan B hat einen Haken: Diese Variante wäre erst ab Mitte 2014 steuerfrei. Müller sagte dazu: „Aber es ist ja nicht so, dass wir keine Steuern zahlen wollen. So soll das bitte nicht verstanden werden. Es gibt ein Zeitfenster zwischen 2012 und 2014.“

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