Autobauer will einige hundert Stellen schaffen
BMW: Sparprogramme der Konkurrenz sind „Hau-Ruck-Aktionen“

Der Münchener Autobauer BMW lehnt den Branchentrend zu umfangreichen Sparprogrammen ab.

HB MÜNCHEN. Die Senkung der Kosten dürfe nicht erst angegangen werden, „wenn einem das Wasser bis zum Hals steht“, sondern müsse als ständiger Prozess betrachtet werden, kritisierte Vorstandschef Helmut Panke die Strategie anderer Hersteller im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters in München. Auch BMW sei natürlich mit der Senkung seiner Kosten befasst. „Aber es ist etwas, was nicht in einer Hau-Rück-Aktion angefangen wird.

Es muss jedes Jahr ein bisschen geschwommen werden,“ fügte der BMW-Chef hinzu. Zuvor hatte bereits Finanzchef Stefan Krause Sparprogramme öffentlich kritisiert, weil durch sie Schäden in den Unternehmen angerichtet würden. „Solche Schäden wollen wir nicht“, hatte er gesagt.

Konkurrenten wie Daimler-Chrysler, Volkswagen und die deutsche General-Motors-Tochter Opel drängen massiv bei ihren Belegschaften auf Kostensenkungen, um ihre Ertragssituation zu verbessern. Während der Stuttgarter Daimler-Chrysler-Konzern unlängst mit der Gewerkschaft ein Sparziel von jährlich 500 Millionen vereinbart hat, befindet sich der Autobauer VW mit der IG Metall in harten Verhandlungen über einen neuen Haustarif für die Beschäftigten in seinen westdeutschen Werken. Inzwischen haben die Wolfsburger den als Sanierer bekannten früheren DaimlerChrysler-Manager Wolfgang Bernhard an Bord geholt, der demnächst dann auch die unter der schwachen Nachfrage und Preiskämpfen besonders leidende Kernmarke VW führen soll. Der weltgrößte Autobauer GM dreht ebenso an der Kostenschraube und will die Löhne in Europa in den kommenden Jahren drastisch senken.

Weiterer Personalaufbau geplant

Panke sagte, bei den zunehmenden technischen Innovationen der Branche und dem Wunsch vieler Kunden nach zusätzlichen Ausstattungen in den Fahrzeugen komme es natürlich vermehrt darauf an, die Kosten ständig im Blick zu halten. Panke sprach in diesem Zusammenhang von „abnehmender Preiselastizität“. Das bedeutet, dass die Preise wegen der scharfen Konkurrenz unter den Herstellern bei gleichzeitig weitgehend gesättigten Märkten nicht einfach erhöht werden können. Das Prinzip „Kosten rein, Preis hoch“ funktioniere nicht, sagte Panke.

Gleichzeitig gelingt es BMW aber durch neue Modelle bei ausgelasteten Kapazitäten immer neue Rekordwerte bei Absatz, Umsatz und Gewinn anzusteuern und dabei Personal aufzubauen. BMW hat in den vergangenen Jahren im Gegensatz zu anderen Autobauern Tausende neue Arbeitskräfte eingestellt und bereits für das laufende Jahr die Schaffung einiger Hundert neuer Stellen vor allem für Ingenieure an seinen deutschen Standorten angekündigt.

Allein in der ersten Jahreshälfte stellte der Konzern, der weltweit mehr als 105 000 Mitarbeiter zählt, 1100 Beschäftigte ein. Panke sagte: „Die Tatsache, dass wir Ingenieure einstellen ist für ein gut gehendes Unternehmen nichts Besonderes. Aber die Tatsache, dass wir sie im Einkauf einsetzen.“ Im Einkauf seien die Ingenieure damit befasst, zusammen mit den Lieferanten nach Lösungen zu suchen, um die Kosten zu optimieren. Diesen Weg werde BMW auch weiter gehen. „Wenn wir erfolgreich weiter wachsen, dann wird sich das auch im Personal auswirken.“

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