Autobrache
Porsche gibt Kampf gegen VW-Gesetz auf

Die Zeit der Machtkämpfe ist vorbei, der neue Autoriese blickt nach vorn: Porsche hat den Widerstand gegen das lange bekämpfte VW-Gesetz eingestellt. Außerdem zeichnet sich ab, wer in den neuen Aufsichtsrat bei Volkswagen einziehen wird. Die Konkurrenz dürfte die Entwicklung durchaus mit Sorge verfolgen.

FRANKFURT. Die Eigentümerfamilien Porsche und Piëch hätten sich mit Niedersachsen verständigt, die Sonderrechte des Landes in der neuen VW-Satzung festzuschreiben, sagte ein Sprecher der Landesregierung. Demnach werden im Oktober auf einer Hauptversammlung die zwei strittigen Punkte, die Sperrminorität von 20 Prozent und das Recht von Niedersachsen, zwei Vertreter in den Aufsichtsrat von VW zu schicken, in der neuen Satzung verankert.

Der Porsche-Clan und Niedersachsen bremsen damit die EU-Kommission aus, die im Herbst darüber beraten will, ob sie Deutschland wegen des VW-Gesetzes erneut vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) verklagt. Der EuGH hatte das Gesetz 2007 für unvereinbar mit EU-Recht erklärt. Die Bundesregierung überarbeitete es 2008, behielt jedoch die Sperrminorität Niedersachsens bei.

Porsche und Niedersachsen schließen damit nach dem Abgang von Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und dem geplanten Zusammenschluss mit VW einen Burgfrieden. Die Sperrminorität war entscheidend für das Scheitern der VW-Übernahme: Sie verhinderte einen Gewinnabführungsvertrag und damit Wiedekings Plan, die Kosten der Übernahme VW aufzubürden.

Die Schulden von Porsche sollen laut Finanzkreisen mit 12 bis 14 Mrd. Euro deutlich höher sein als angenommen. Porsche wies dies zurück. Die Verschuldung sei im zweiten Halbjahr (bis 31.7.) von 9 auf 10 Mrd. Euro gestiegen.

Nach Informationen des Handelsblatts werden Hans Michel Piëch und Oliver Porsche für Wiedeking und Porsche-Finanzchef Holger Härter in das VW-Kontrollgremium einrücken, so dass die Familie künftig mit vier Personen im Aufsichtsrat vertreten ist.

Es schein also alles bereit zu sein für die Zukunft des neuen Autoriesen: Höhere Stückzahlen, gemeinsame Entwicklung, zehn Marken - das neue integrierte Imperium aus dem Sportwagenbauer Porsche und dem Autobauer Volkswagen ist eine Kampfansage an die Konkurrenz. Schon nach jetzigen Zahlen schafft der bis 2011 angepeilte Zusammenschluss einen Konzern, der auf Augenhöhe mit der neu formierten GM-Gruppe liegt - der Nummer zwei des Weltmarkts nach Toyota.

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