Autobranche
Affäre um Schmiergeld weitet sich aus

In die Korruptionsaffäre um den französischen Autozulieferer Faurecia ist offenbar ein vierter Volkswagen-Manager verstrickt. Derweil stehen die bereits seit einem Jahr laufenden Ermittlungen um Zulieferer von BMW kurz vor dem Abschluss.

Reuters FRANKFURT. Eine VW-Sprecherin bestätigte am Samstag, dass ein früherer Einkäufer der spanischen Volkswagen-Tochter Seat nach Angaben der Staatsanwaltschaft am Dienstagabend auf dem Frankfurter Flughafen verhaftet wurde und seither in Untersuchungshaft sitzt. Laut einem Bericht der „Frankfurter Rundschau“ hat er zwischen Oktober 2002 und April 2005 rund 160 000 Euro dafür bekommen, dass er Faurecia bei der Auftragsvergabe bevorzugt hat.

Bisher waren unter den 20 Verdächtigen zwei Einkaufsmanager von VW und einer der Ingolstädter Tochter Audi ins Visier der Ermittler geraten. Der nun verhaftete Seat-Manager sei unmittelbar nach seiner Verhaftung freigestellt worden, berichtete die VW-Sprecherin. Bis dahin sei VW von den Behörden gebeten worden stillzuhalten, um die verdeckt geführten Ermittlungen nicht zu gefährden.

Über die Affäre war am Mittwoch Faurecia-Chef Pierre Levi gestolpert, der nach Angaben der Staatsanwaltschaft gestanden hat, seit 2001 von der Bestechungspraxis gewusst zu haben. In die Affäre sind insgesamt zehn Automobilzulieferer verwickelt, gegen fünf davon ermittelt die Staatsanwaltschaft München seit einem Jahr im Zusammenhang mit einem Korruptionsverdacht bei BMW.

Letztere Ermittlungen würden demnächst abgeschlossen, sagte der Münchner Oberstaatsanwalt Anton Winkler am Samstag. „Über eine Anklage ist noch nicht entschieden“, fügte er hinzu. Die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ berichtete vorab unter Berufung auf Winkler, nach Aktenlage sei eine Anklage gegen die bayerische Dräxlmeier-Gruppe sehr wahrscheinlich. Sie habe einen BMW-Einkäufer mit sechsstelligen Summen bestochen.

Die Firma aus Vilsbiburg bestätigte dies. Es handele sich um das Vergehen eines einzelnen Angestellten, der von seinen Aufgaben umgehend entbunden worden sei, sagte eine Dräxlmeier-Sprecherin.

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