Autobranche
„Alle VDA-Mitglieder prüfen Hilfe“

Die Trendwende am Automarkt wird noch ein wenig auf sich warten lassen. Dieses Fazit zieht Klaus Bräunig, der Geschäftsführer des Autoverbandes VDA. Außerdem geht Bräunig davon aus, dass praktische alle Autofirmen prüfen, Hilfe vom Staat an Anspruch zu nehmen. In der Branche stehen wichtige Entscheidungen bevor.

Herr Bräunig, der VDA ist mit einem neuen Strategiepapier zur Mobilität an die Bundesregierung herangetreten. Was versprechen Sie sich davon?

Die Zeit der verkehrspolitischen Grabenkämpfe ist vorbei. Wir wollen in Zukunft in engerem Schulterschluss mit den anderen Verkehrsträgern gemeinsam für eine Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur kämpfen. Denn das Schlimmste, was passieren könnte, wäre, dass die nun im zweiten Konjunkturpaket beschlossenen Maßnahmen in die Verkehrspolitik ein Strohfeuer blieben und in zwei Jahren von Finanzern und Haushältern wieder zusammengestrichen werden. 33 Umgehungsstraßen in dem Paket dürfen nicht allein der Schwerpunkt bleiben. Wir haben deshalb mit Unternehmen im VDA ein neues Strategiepapier unter dem Titel "Agenda Mobilität 2020" erarbeitet, in dem wir allen Verkehrsträgern - der Schiene ebenso wie dem öffentlichen Nahverkehr und der Verkehrspolitik - einen Dialog über Lösungsansätze für die Mobilität von morgen anbieten. Dieses Papier haben wir im Vorstand verabschiedet und leiten es jetzt Regierung und Parlament zu.

Räumt der VDA damit auch alte Positionen?

Auch für den VDA ist dies ein Positionswechsel. So sprechen wir uns ausdrücklich für den Ausbau von Park & Ride-Systemen am Stadtrand und der Umsetzung neuer Konzepte wie dem Carsharing aus. Ein weiterer Vorschlag ist, dass die Bundesregierung künftig jedes Jahr einen Bericht zur Lage des Verkehrs erstellt als eine Art Weißbuch für die Infrastruktur. Das wäre ein Instrument, um alle Verkehrsträger an einen Tisch zu bringen. Investitionen müssen künftig weniger nach Proporz, sondern nach Qualität getroffen werden. Das Papier ist aber nicht der billige Ruf nach Geld, sondern soll eine Gesprächsgrundlage bieten für eine konstruktive Diskussion. Alle wissen, dass wir nur gemeinsam weiterkommen. Dazu einen Beitrag zu leisten, das ist die Idee.

Die Abwrackprämie und die neue Kfz-Steuer sind beschlossene Sache. Ist das Autojahr 2009 doch noch zu retten?

Die Umweltprämie hat einen wichtigen Impuls auf dem deutschen Markt gesetzt und die Stimmung in der Branche nachhaltig verändert. Wir sind zuversichtlich, dass die Regelung im Zusammenspiel mit der Aussetzung und Neuregelung der Kfz-Steuer für einen zusätzlichen Absatz von mindestens 100 000 Neufahrzeugen im laufenden Jahr sorgen kann. Allerdings müssen dazu alle jetzt von der Politik beschlossenen Maßnahmen greifen und auch die Banken wieder Tritt fassen. Aber wir dürfen von der Umweltprämie auch nicht die Lösung aller Probleme erwarten, obwohl die ersten Signale aus dem Markt und von Händlern durchaus ermutigend sind. Wir werden sicher bereits im Januar einen Effekt sehen, aber eine generelle Trendwende wird die Prämie zum Jahresstart auf dem deutschen Markt noch nicht auslösen können. Entscheidend ist, dass die Umweltprämie jetzt die Stimmung der Verbraucher offensichtlich deutlich verbessert: Die Leute gehen wieder in die Schauräume und kaufen Autos - und das ist ein erstes ermutigendes Signal."

Werden aber nicht vor allem die ausländischen Hersteller von der Prämie profitieren?

Die deutschen Marken haben einen Marktanteil von über 70 Prozent. Und sie bieten über 80 Modelle an, die weniger als 5 l/100 km Kraftstoff benötigen, das entspricht weniger als 130 g/km CO2. Wir sind davon überzeugt, dass die deutschen Modelle mit ihrem hohen Qualitätsstandard, ihrem günstigen Verbrauch und ihrer großen Wertstabilität auch in diesem Bereich sehr gut abschneiden werden.

Seite 1:

„Alle VDA-Mitglieder prüfen Hilfe“

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%