Autobranche
Anleger spekulieren auf schnelle Ford-Gesundung

Beim angeschlagenen US-Autobauer Ford stehen offenbar weitere größere Einschnitte bevor. Einem Zeitungsbericht zufolge will der Konzern noch am heutigen Mittwoch einen umfassenden Umstrukturierungsplan vorlegen. Der Aktie verleihen die unbestätigten Informationen Auftrieb.

HB NEW YORK. Einem Zeitungsbericht zufolge sollte dem Ford-Direktorium am Mittwoch ein umfassender Umstrukturierungsplan vorgelegt werden. Wie das „Wall Street Journal“ berichtete, sollen durch den Abbau von Arbeitsplätzen und das Streichen von Zusatzleistungen in Verwaltung und Management bis zu 30 Prozent der Kosten eingespart werden. Außerdem werde Ford eine neue Preisstrategie vorlegen. Die Schritte sollen im Laufe der Direktoriumssitzung von Ford besprochen werden, hieß es.

An der Börse weckte der Bericht Hoffnungen, dass Ford schneller in die schwarzen Zahlen zurückkehren kann: im vorbörslichen Handel kletterten die Aktien um zwei Prozent. Ein Sprecher des Konzerns lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht ab. Er sagte lediglich, der Autobauer werde seinen überarbeiteten Sanierungsplan wie angekündigt noch im Laufe des Monats bekannt geben.

Ford hatte vergangene Woche überraschend die Konzernspitze ausgewechselt und sich mit dem Boeing-Manager Alan Mulally einen erfahrenen Sanierer ans Steuer geholt. Investoren hoffen, dass er die laufende Sanierung mit Hochdruck vorantreiben wird. Der Konzern kämpft mit Milliardenverlusten. Ford und auch Branchenprimus GM leiden unter einem drastischen Absatzrückgang, seitdem Käufer in den USA wegen der hohen Benzinpreise die leistungsstarken sportlichen Geländewagen und Transporter mehr und mehr meiden.

Ford hat darauf bereits mit einem Sanierungsplan reagiert, der in Nordamerika bis 2012 den Abbau von 30 000 Stellen und die Schließung von 14 Werken vorsieht. Fords Marktanteil in den USA ist in den vergangenen fünf Jahren von 23 auf 17 Prozent geschrumpft. Der Konzern will zudem den traditionsreichen Sportwagen-Hersteller Aston Martin verkaufen und sich möglicherweise auch von der Luxusmarke Jaguar trennen. Vor allem japanische Autohersteller - an voran Toyota - jagen den US-Autobauern mit erschwinglichen und relativ sparsamen Modellen Marktanteile ab.

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