Autobranche
Autozulieferer fürchten um viele Jobs

Die Absatzkrise auf dem Automarkt trifft die Zulieferer. Viele Konzerne, die bereits vorher angeschlagen waren, klagen nun über einen weiteren Rückgang der Aufträge. Experten sehen zehntausend Arbeitsplätze gefährdet - denn die Unternehmen suchen bereits nach Sparpotenzial.

FRANKFURT/BERLIN. Zahlreiche Autozulieferer bekommen die Produktionsstopps in der Branche massiv zu spüren und wappnen sich deshalb für härtere Zeiten. Der Rüstungsbauer und Autozulieferer Rheinmetall reduzierte ebenso wie der Nürnberger Konkurrent Leoni unter Verweis auf die Produktionskürzungen seine Jahresziele. Auch beim schwäbischen Lieferanten Elring-Klinger brachen die Gewinne ein. Die Börse reagierte verschnupft: Die Aktien des MDax-Unternehmens Leoni sackten zeitweise um mehr als 15 Prozent ab und zogen auch andere Autowerte mit sich.

Experten sehen bei der Lieferanten Zehntausende Jobs gefährdet. "Es wird die Zuliefererindustrie sehr hart treffen", prognostiziert Wolfgang Meinig, Leiter der Forschungsstelle Automobilindustrie (FAW) an der Universität Bamberg. Fast alle großen deutschen Autohersteller haben inzwischen deutliche Produktionskürzungen angekündigt, da wichtige Automärkte wie die USA und Westeuropa einbrechen. So rutschten die Neuzulassungen auf dem deutschen Markt im Oktober mit acht Prozent ins Minus, der spanische Markt brach gar um 40 Prozent ein, und der wichtige US-Markt fiel auf den niedrigsten Stand seit 17 Jahren.

Die aktuelle Autokrise sorgt auch beim Bordnetz-Hersteller Leoni für Ernüchterung. Wegen Auftragsrückgängen der Autoindustrie habe der Zulieferer seine Umsatz- und Gewinnprognose für das laufende Jahr erneut gesenkt, erklärte Leoni-Vorstandschef Klaus Probst gestern in Nürnberg. Der Vorstand rechnet für das Gesamtjahr 2008 inzwischen nur noch mit einem stagnierenden Umsatz 2,9 Mrd. Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern werde dagegen mit voraussichtlich 95 Mio. Euro um 15 bis 25 Mio Euro unter dem Vorjahresniveau liegen, erläuterte der Leoni-Chef. Trotz Krise in der Autoindustrie rechnet der Zulieferer Leoni aber für 2009 mit Wachstum. Eine konkrete Prognose für 2009 wollte Probst nicht abgeben.

Auch Rheinmetall geht wegen der drastisch reduzierten Abrufe der Automobilkunden nicht mehr davon aus, die Umsatz- und Gewinnziele in der Sparte Automotive zu erreichen, wie das Unternehmen gestern mitteilte. Für den gesamten Konzern senkte der Vorstand das erwartete Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) bis Ende 2008 um rund 30 Mio. Euro auf eine Spanne zwischen 250 Mio. und 260 Mio. Euro.

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