Autobranche
Bei BMW bröckelt der Gewinn

Die Autoflaute hat BMW im dritten Quartal deutlicher als erwartet ausgebremst. Weniger verkaufte Modelle, höhere Rücklagen für gesunkene Restwerte von Leasingfahrzeugen, gestiegene Rohstoffkosten und der schwache Dollarkurs ließen den Gewinn deutlich sinken.

HB DÜSSELDORF. Der Gewinn sank um fast zwei Drittel auf 298 Mio. Euro, wie der Münchener Autobauer am Dienstag mitteilte. Selbst seine erst kürzlich gesenkten Ziele sieht der DAX-Konzern nun als unerreichbar an. "Die Krise übertrifft alles was wir kennen", sagte BMW-Chef Norbert Reithofer in einer Telefonkongerenz mit Journalisten.

Die Prognose für 2008 kann BMW nicht bestätigen. "Eine seriöse Prognose ist für 2008 nicht mehr möglich", so Reithofer. Eigentlich hatte der Konzern für den Bereich Automobile noch das Ziel einer EBIT-Marge von knapp vier Prozent oder besser ausgerufen. Reithofer gibt sich aber kämpferisch: "Diese Zeiten sind die Besten, um ein Unternehmen nach vorne zu bringen"

Wegen der massiven Einbrüche war der bayerische Autokonzern bereits Anfang August von seinen ursprünglichen Zielen abgerückt. Doch auch die im laufenden Jahr angepeilte Umsatzrendite vor Steuern von mindestens 4 Prozent sei nun nicht mehr zu halten, erklärte BMW. 2007 hatte die Marge noch bei 6,9 Prozent gelegen. Auch rechnet der Konzern nicht mehr damit, im laufenden Jahr mit mehr als 1,5 Millionen Fahrzeugen mehr Wagen verkaufen zu können als 2007.

Von Juli bis August hatte BMW 4,2 Prozent weniger BMW, Mini und Rolls Royce verkauft als im Vorjahreszeitraum. Entsprechend schrumpfte der Umsatz auf 12,59 Mrd. Euro. Das waren 8,6 Prozent weniger als im selben Zeitraum des Vorjahres und weniger als von Analysten erwartet. Vor Zinsen und Steuern schmolz der Gewinn (EBIT) des DAX-Konzerns von Juli bis September um 60 Prozent auf 387 Mio. Euro zusammen und lag damit deutlich unter den Erwartungen der Analysten.

In den USA, wo die Münchner mehr BMW, Mini und Rolls Royce verkaufen als auf dem Heimatmarkt, hat sich der Preisverfall bei Gebrauchtwagen im Zuge von Konjunkturschwäche und Kreditklemme weiter verschärft. Wegen der sinkenden Erlöse für Fahrzeuge, die aus Leasingverträgen zurückkommen, musste BMW für Leasingfahrzeuge, faule Kredite und Zahlungsverzögerungen ihre Risikovorsorge um 342 Mio. Euro aufstocken. Im ersten Halbjahr hatten die Münchener bereits 695 Mio. Euro zurücklegen müssen.

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