Autobranche
BMW beschenkt die Klattens

Nach den guten Zahlen von Audi und Mercedes lässt sich auch BMW nicht lumpen: Der Münchener Autobauer hat für 2010 Rekordwerte ausgewiesen. Da winkt nicht zuletzt den Quandts und Klattens ein warmer Geldregen.
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München

Der Luxusauto-Boom hat dem Münchner Autobauer BMW nach der Wirtschaftskrise wieder einen Rekordgewinn in die Kasse gespült. Im vergangenen Jahr stieg der Überschuss nach Angaben vom Donnerstag auf 3,2 Milliarden Euro - ein Vielfaches des von der Krise geprägten Vorjahresgewinns von 210 Millionen und deutlich mehr als von Analysten erwartet.

An dem Aufschwung sollen auch die Aktionäre teilhaben, denen BMW für 2010 eine Dividende von 1,30 Euro je Stamm- und 1,32 Euro je Vorzugsaktie in Aussicht stellt. Das ist jeweils ein Euro mehr als für das Jahr davor. Das kam auch an der Börse gut an, wo die BMW-Aktie nach Veröffentlichung der Zahlen ins Plus drehte.

"Wir können mit der Entwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr sehr zufrieden sein", sagte Firmenchef Norbert Reithofer. Profitiert hatte BMW von der Erholung des einst weltgrößten Automarkts USA, wo das Unternehmen ein Zehntel mehr Fahrzeuge verkaufte. Deutlich größer fielen die Zuwächse mit gut 85 Prozent in China aus. In dem Land, in dem sich die Zahl der Milliardäre 2010 verdoppelte, greift die kaufkräftige Oberschicht gerne zu Luxusautos "Made in Germany" und verhilft den deutschen Nobelautobauern zu neuen Rekorden. Insgesamt verkaufte BMW im vergangenen Jahr 1,46 Millionen Autos - knapp 14 Prozent mehr als im Jahr davor.

Besonders beliebt waren dabei der neue BMW 5er und das Flaggschiff BMW 7er. Aber auch Geländewagen wie der X1 oder der X5 kamen bei der Kundschaft gut an. Bei der Kleinwagenmarke Mini stieg der Absatz um gut acht Prozent.

Die operative Marge im Autogeschäft steigerte der Münchner Konzern auf acht Prozent. Damit liegt BMW allerdings hinter der Konkurrenz von Mercedes und Audi, die im vergangenen Jahr Renditen von 8,7 und 9,4 Prozent einfuhr. Allerdings sind die Zahlen nur bedingt miteinander vergleichbar, weil die Konzerne beispielsweise Entwicklungsausgaben unterschiedlich verbuchen.

Auch im Motorradgeschäft verbuchte BMW kräftige Zuwächse.

Dank eines um knapp zehn Prozent gestiegenen Absatzes stieg der operative Gewinn auf 71 von 19 Millionen Euro. Konzernweit erwirtschafteten die rund 95.500 BMW-Mitarbeiter einen Umsatz von 60,5 Milliarden Euro.

Einen konkreten Ergebnisausblick für das angelaufene Jahr wagt BMW noch nicht. "Wir streben 2011 einen Rekordabsatz von über 1,5 Millionen Fahrzeugen an", bekräftigte Reithofer die Absatzprognose. Für 2012 strebt der Konzern im Autosegment weiterhin eine operative Marge zwischen acht und zehn Prozent an.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Wenn es BMW so gut geht, dann sollten sie vielleicht mal die unverschämte Aufpreispolitik der Sonderausstattungen anpassen, um den treuen Kunden mal entgegenzukommen.

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