Autobranche
BMW fährt die Bänder wieder an

Für den Münchener BMW-Konzern war das laufende Jahr bislang ein Graus. Doch die Zuversicht kehrt langsam zurück: Der Autobauer fährt die Produktion wieder hoch, reduziert die Kurzarbeit im zweiten Halbjahr. Woraus der vorsichtige Optimismus resultiert? Aus der Modellpalette.

MÜNCHEN/FRANKFURT. Der BMW-Konzern geht zuversichtlich in die kommenden Monate und fährt die Produktion wieder hoch. „Wir sehen erste positive Marktentwicklungen beim Z4 und Einser. Ende des Jahres wird uns der X1 zusätzlichen Schub geben“, sagte BMW-Personalvorstand Harald Krüger im Gespräch mit dem Handelsblatt. „Wir haben noch 12 000 Beschäftigte in Kurzarbeit. Das sind etwa halb so viele wie im Februar des Jahres, als wir mit der Kurzarbeit begonnen haben.“

2009 war für die Münchener wie für den Konkurrenten Mercedes bislang ein Horrorjahr. Im ersten Quartal verlor BMW ein Viertel seines Absatzes, Daimler gar ein Drittel. Lediglich die VW-Tochter Audi konnte die Einbrüche in Grenzen halten. Mit Spannung wartet die Branche auf die Halbjahreszahlen: Am morgigen Mittwoch wird Daimler Bilanz ziehen, Audi folgt Freitag, BMW kommenden Dienstag.

„Ich glaube nicht, dass wir durch alles durch sind. Aber absolute Tiefpunkte sehe ich nicht mehr“, sagte Krüger. „Wir haben deutlich früher als die Wettbewerber die Produktion gedrosselt. Das hilft uns jetzt.“ Der Konzern habe auch im zweiten Quartal keine Überproduktion gehabt, versicherte der BMW-Manager.

Experten teilen die Zuversicht. „Der Juni war der beste Verkaufsmonat für BMW in diesem Jahr“, sagte Georg Stürzer von der Bank Unicredit. „Die Lagerbestände sind deutlich abgebaut, die Produktion muss wieder hochgefahren werden“, so der Analyst. Zudem komme die Finanztochter wieder leichter an Geld, BMW könne den Kunden jetzt bessere Leasingangebote machen, sagte Stürzer.

Neben einem funktionierenden Finanzmarkt hängt für die deutschen Premiumhersteller viel von der Exportkonjunktur ab: Die Autobauer setzen im Ausland bis zu achtzig Prozent der Produktion ab. Audi profitiert von seiner starken Stellung in China, dort boomt der Markt immer noch. BMW und Mercedes müssen vor allem auf das Anspringen der US-Konjunktur hoffen. BMW verkauft jedes dritte Auto in den Vereinigten Staaten. Dort ist eine leichte Erholung in Sicht, auch die Restwerte der Gebrauchtwagen zogen zuletzt wieder an.

Der verhaltene Optimismus für das zweite Halbjahr resultiert aber vor allem aus der Modellpalette. Während der kleine Geländewagen X1 das zuletzt schwach ausgelastete Werk in Leipzig stützt, läuft im größten BMW-Werk Dingolfing der neue 5er GT vom Band. Beide Modelle hatten keine Vorgänger und können so für zusätzlichen Absatz sorgen. Dennoch bleibt für Dingolfing, wo die schweren Limousinen der 5er-, 6er- und 7er-Reihe gefertigt werden, die Lage vorerst kritisch. „Wir werden auch für den Rest des Jahres punktuell Kurzarbeit brauchen, das gilt vor allem für das Werk Dingolfing“, sagte Krüger.

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